Auch die «Diskothek» darf dieses Jahr zu Gast sein, und das Stück, das wir im Blindvergleich in verschiedenen Interpretationen hören werden, hört denn auch auf, bevor es überhaupt beginnt – so paradox das klingen mag: Zwei Akkorde, Dominante-Tonika; eine Schlusskadenz setzt Joseph Haydn, der «Vater» der Gattung Streichquartett, an den Anfang seines op. 33 Nr. 5, ein musikalischer Trugschluss quasi als Einstieg, der vom ersten Takt weg Aufmerksamkeit weckt.
Überhaupt ist das gesamte Werk gespickt mit geistvollen Ideen, die Zuhörende und Interpreten und Interpretinnen herausfordern. Im langsamen Satz zeigt uns der Wiener Meister seine düstere Seite, und im abschliessenden Finale variiert er ein Siciliano-Thema dergestalt, dass sich alle vier Quartettmitglieder nacheinander an ihren Instrumenten profilieren können.
Moritz Weber hört und analysiert unter anderem mit dem Pianisten, Komponisten und Essayisten Daniel Fueter das Streichquartett in G-Dur von Haydn in den Gemäuern des altehrwürdigen Klosters.
Das in der «Diskothek» besprochene Werk wird im Rahmen der Ittinger Pfingstkonzerte am Vorabend aufgeführt: Freitag, 22. Mai 2026, 19 Uhr, Remise «Teil 2, Begräbnisfeier». Mehr Informationen und Tickets unter kartause.ch.
Es gelten folgende Teilnahmebedingungen.