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Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterinnen und Arbeiterpartei fordern die Gleichstellung von Mann und Frau. Auf der Säge steht ihr Motto: «Sägt ihn an den Männerwahn!».
Legende: 4. Mai 1987: «Sägt ihn an den Männerwahn!» Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterinnen- und Arbeiterpartei fordern die Gleichstellung von Mann und Frau. Auf der Säge steht ihr Motto: «Sägt ihn an den Männerwahn!». Keystone
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50 Jahre Frauenstimmrecht 15 Fakten zur Gleichstellung in der Schweiz

Die Einführung des Frauenstimmrechtes 1971 stellte einen Meilenstein für die Gleichstellung von Frau und Mann dar. Auch 50 Jahre später gibt es noch viel zu tun. Wie es heute um die Gleichstellung der Geschlechter steht, erfährst du hier.

Vor 50 Jahren, am 7. Februar 1971 stimmten die Schweizer Männer an der Urne mit 65,7 Prozent einer Verfassungsänderung zu: Künftig sollten auch Schweizer Frauen die gleichen politischen Rechte haben wie sie. Als letztes Land Europas tat somit auch die Schweiz einen grossen Schritt in Richtung Gleichstellung von Frau und Mann.

Auch ein halbes Jahrhundert später gibt es beim Thema Gleichstellung viel zu tun. Noch immer gibt es nicht überall Lohngleichheit, Frauen sind zu wenig repräsentiert oder es herrschen veraltete Stereotypen vor.

Fakten zur Gleichstellung

Die folgenden Fakten zeigen: Gleichstellung ein Thema ist, das uns alle betrifft.

  • In der Schweiz wünscht sich fast jedes zweite Paar eine gleichwertige Rollenteilung. Nur bei jedem zehnten Paar wird dieser Wunsch aber auch Realität.
  • In 62,4 Prozent der Familien mit Kleinkindern wurde im Jahr 2018 die Hausarbeit hauptsächlich von der Frau übernommen. Die Erledigung durch den Mann kam in 31,1 Prozent der Haushalte vor.
  • 1992 arbeiteten in Paarhaushalten mit dem jüngsten Kind unter 4 Jahren 59,2 Prozent der Männer Vollzeit, während die Frauen nicht erwerbstätig waren. 2019 herrschte dieses Erwerbsmodell nur noch in 21,2 Prozent solcher Haushalte vor.
  • Im Jahr 2016 betrug der standardisierte Median-Bruttolohn in der Schweiz 6011 Franken pro Monat für Frauen und 6830 Franken für Männer, was einer Differenz von 12 Prozent entspricht. 44 Prozent des Lohnunterschieds können nicht erklärt werden und enthalten eine potentielle Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts.
  • Die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen gleicht sich langsam an. Zwischen 2014 und 2018 ist sie von 12,5 Prozent auf 11,5 Prozent gesunken. Das geht aus Daten der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik 2020 hervor.
  • Als letzte Region in ganz Europa wurde 1991 im Kanton Appenzell Innerrhoden per Bundesgerichtsentscheid das Frauenstimmrecht eingeführt. Dies entgegen einem Mehrheitsentscheid der Männer an der Landsgemeinde im April 1990.
  • Neuseeland war 1893 das erste selbstverwaltete Land der Welt, das allen Frauen das Wahlrecht ermöglichte. Die Neuseeländerinnen durften damals aber noch nicht für politische Ämter kandidieren.

SRF 3 «Nid glich!»: Mein Beitrag zur Gleichstellung

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50 Jahre Frauenstimmrecht
Legende: SRF

Zum 50. Juibläum des Frauenstimmrechts in der Schweiz thematisiert SRF 3 die kleinen und grossen Beiträge, die wir alle jeden Tag für die Gleichstellung der Geschlechter leisten. Sei es jener der Chefin, die sich für Lohngleichheit einsetzt; des Eishockeyclubs, der sich für die Frauenförderung stark macht, oder die Eltern, die gleichberechtigt die Erziehung der Kinder übernehmen. Was ist dein Beitrag? Schreib uns, was du im Alltag für die Gleichstellung machst. Wir sind gespannt!

  • Die Schweiz hat mit 42 Prozent einen hohen Frauenanteil im nationalem Parlament und belegt damit im internationalen Vergleich den 15. Platz. Der erste Platz geht an Ruanda mit 61,3 Prozent, gefolgt von Kuba mit 53,2 Prozent.
  • 60 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten Teilzeit, bei Müttern mit kleinen Kindern sind es über 80 Prozent. Im Jahr 1991 lagen die entsprechenden Anteile bei 49,1 Prozent bzw. 7,8 Prozent. Bei den Männern sind es nur rund 18 Prozent.
  • Deutlich mehr Frauen als Männer haben einen Hochschulabschluss. 2018 hatten 42,3 Prozent der 25- 34-jährigen Frauen einen Hochschulabschluss und 34,7 Prozent der Männer. Im Jahr 1999 waren es bei den Frauen 9,8 Prozent und bei den Männern 14,4 Prozent.
  • Verheiratete Frauen erhalten im Schnitt 24 Prozent weniger Lohn als verheiratete Männer. Oft sind sie nach der Geburt eines Kindes nicht mehr oder nur in einem reduzierten Pensum erwerbstätig. Verschiedene Studien zeigen, dass Frauen Lohneinbussen erleiden, sobald sie Mutter werden (Müttermalus). Demgegenüber führt für die meisten Männer eine Vaterschaft zu einem Lohnanstieg (Väterbonus).

Diese Fakten beziehen sich auf Angaben mehrer Quellen, wie unter anderem dem Bundesamt für Statistik (BFS) sowie dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung (EBG).

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Wenn wir Fakten aus der Schweiz publizieren, welche die Situation der jetzigen Schweiz aufzeigt, dann bitte mit Fakten aus der Schweiz von heute. Der Text ist so aufgebaut, dass die Zahlen sich teilweise schlimmer anhören als Sie sind. Die selbe Taktik wählt zb. die SVP und andere Rechte Parteien. Ausserdem sollte man doch bei einer korrekten Berichterstattung die exakten Quellenangaben machen, anstatt auf einen Bruchteil hinzuweisen.
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  • Kommentar von Roland Kaiser  (Roland Kaiser)
    Den Väterbonus gibt es nicht nach der Geburt - es gibt einen statistisch siginifikanten Rückgang gegenüber nicht Vätern. Dieser erholt sich aber wieder im Gegensatz zu den Müttern. Gemäss neuesten Zahlen verdienen Frauen heute übrigens mehr als Männer bis zur Geburt. Das obwohl die beschäftigten Frauen welche Vollzeit-Arbeit verrichten sich in den letzten 50 Jahren beinahe halbierte. Ungleich-Berechtigung gibt es heute insbesondere bei Buben: zB: StGB Art. 124 und 190. Aber auch in der Bildung.
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  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Punkt. 1. die Partnerschaftliche Rolle sollte man doch mit seinem Partner klären, ansonsten spricht man mit der falschen Person.
    2. Die Väter die nicht zu Hause anpacken, haben vielleicht Ihre Gründe und wenn nicht, sind Sie nicht fair. Leider bezieht sich die Statistik auf Empfindungen, die sehr unterschiedlich sein können. Was man aber weiss, Väter konnten bisher ohne Vaterschaftsurlaub in den ersten Woche kaum mithelfen.
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