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Serientipp «Pose»: Neben diesen Transmenschen wirkt Madonna wie ein Grosi

Die Serie zeigt die Voguing-Kultur der frühen 80er Jahre in New York. Ein Laufstegwettbewerb, der einer durchgeknallten Mottoparty glich. Hier bediente sich Madonna für ihren Superhit «Vogue».

Elektra Abundance, die Königin der Voguing-Szene.
Legende: Elektra Abundance, die Königin der Voguing-Szene. FX

Als transgeschlechtliche Afroamerikanerin war man in den 80er-Jahren auch im fortschrittlichen New York am äussersten Rand der Gesellschaft. Zusammen mit Obdachlosen und Drogensüchtigen. Um zu überleben, blieb vielen nur die Prostitution.

Mani Neubacher

Mani Neubacher

SRF 3 Serienkenner

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Mani Neubacher berichtet für SRF3 im Radio und Online über Serien, Food und Hintergründe.

  • Twitter: @Mani Neubacher
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Aus dem Elend entstand die Voguing-Kultur

Transmenschen und Schwule schlossen sich zu Häusern zusammen. In diesen Wohngemeinschaften unterstützte man sich gegenseitig. Am Wochenende trafen sich die Häuser zu Tanzbällen. Kern jedes Balles war das Voguing, wo man sich in möglichst perfekter Schrillheit duellierte. Die Auftritte an den Bällen waren so absurd, dass Madonna oder Lady Gaga dort wie biedere Grossmütter gewirkt hätten.

Besser als jeder Musicalfilm

Die schönsten Szenen der Serie «Pose» spielen an diesen Parties. An den schrägen Kostümen kann man sich nicht sattsehen. Und an den durchgeknallten Choreographien erst recht nicht. Und diese Musik! Getanzt wird zu Hits der frühen 80er. Chaka Kahn, Donna Summer, Diana Ross. Die Macher der Serie schaffen es, tausendfach gehörte Songs so zu inszenieren, dass sie frisch und ergreifend klingen.

Der Soundtrack von «Pose»

Plakative Schicksalsgeschichten

Erstaunlich wenig berührt haben mich die Schicksalsgeschichten der Transmenschen in der Serie. Happige Themen wie Aids und Prostitution werden einem dermassen plump aufs Auge gedrück, dass sie mich weitgehend kalt liessen.

Mittelmässig bis schlecht sind auch viele Schauspielerinnen. Die Serienmacher haben transgeschlechtliche Rollen bewusst nur mit richtigen Transmenschen besetzt. Meiner Meinung nach ein Fehler. Denn ihre schauspielerische Leistung fällt gegenüber den erfahrenen Schauspielern deutlich ab.

Und was ist nun mit Madonna?

Die hatte einfach mal wieder früher als alle anderen einen guten Riecher für diese spannende Untergrundkultur. Anfang der 1990er-Jahre leitete Madonna aus dem «Voguing» ihren Song «Vogue» ab.

Musikalisch und visuell ist der Superhit stark an die Tanzbälle angelehnt. Was die Meisten allerdings erst heute richtig bemerken. Nun, wo das Thema Transgeschlechtlichkeit endgültig im TV-Mainstream angekommen ist.


Die Serie «Pose» ist aktuell nur als Internetstream/-download verfügbar. In den nächsten Wochen erscheint sie auf DVD.

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