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Vater bereitet Essen zu, während Baby in Tragetuch an seiner Brust schläft
Legende: Seit 2021 gibt es in der Schweiz zwei Wochen Vaterschaftsurlaub Der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub wurde in der Schweiz erst 2021 eingeführt. Im internationalen Vergleich schneidet die Schweiz damit schlecht ab, denn in allen anderen Ländern Europas gibt es den Vaterschaftsurlaub oder die aufgeteilte Elternzeit schon länger. Keystone
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#SRF3MeinBeitrag Wo Schweizer Männer Ungleichheit erleben

Zur Gleichstellung gehören nicht nur die Anliegen der Frauen. Sondern auch jene der Männer. Auch sie erleben Ungleichheit und Benachteiligung. Zum Beispiel in den folgenden Lebensbereichen.

Vaterschaftsurlaub

Nach der Geburt eines Kindes hat die Mutter Anspruch auf 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. In dieser Zeit erhält sie 80 Prozent ihres bisherigen Lohnes. Der Vater bekommt hingegen nur zwei Wochen Vaterschaftsurlaub - und dies erst seit dem 1. Januar 2021. Finanziert wird sowohl der Mutterschafts- wie auch der Vaterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO). (Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, Link öffnet in einem neuen Fenster)

Militärpflicht

In der Schweizer Armee gilt Dienstpflicht für alle Bürger – aber nur für Bürger. Männer, die ihre Wehrpflicht nicht oder nur teilweise erfüllen, müssen dies finanziell kompensieren durch die so genannte Wehrpflichtersatzabgabe. Für Schweizerinnen ist der Militärdienst freiwillig. (Quelle: Schweizer Armee, Link öffnet in einem neuen Fenster)

Gesundheit

Die traditionelle Männerrolle birgt ein Gesundheitsrisiko. Die Rolle des «starken Mannes» lässt kaum Platz für einen sorgsamen Umgang mit sich selbst und der eigenen Gesundheit. Die Folge: Männer leiden häufiger an Krankheiten wie Burnout, Sucht, Krebs und Herzinfarkt. (Quelle: maenner.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster)

Zudem ist die Lebenserwartung der Schweizer Männer deutlich tiefer als jene der Frauen. Die Lebenserwartung für Männer liegt bei 81,7 Jahren und für Frauen bei 85,4 Jahren. (Quelle: Bundesamt für Statistik, Link öffnet in einem neuen Fenster)

Dieses Gesundheitsrisiko zeigt sich auch bei der Suizidrate in der Schweiz. 2017 nahmen sich in der Schweiz 773 Männer das Leben. Bei den Frauen waren es 270. Ein Blick auf die Suizidrate nach Alter und Geschlecht zeigt einen weiteren Unterschied: Während die Rate bei den Frauen praktisch konstant bleibt, erhöht sich die Suizidrate bei den Männern mit zunehmendem Alter massiv. (Quelle: Notfallseellsorge Schweiz, Link öffnet in einem neuen Fenster)

Scheidung

In der Schweiz bezahlt nach einer Scheidung der besserverdienende Ehepartner dem anderen einen Unterhalt. Weil in der Schweiz meist die Frauen für die Kinderbetreuung und Haushaltsführung ihr Arbeitspensum reduzieren oder ganz aufgeben, bezahlt nach einer Scheidung meist der Mann der Ex-Frau einen Unterhalt – zusätzlich zu den Alimenten für die Kinder. (Quelle: swissinfo.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster)

Sorgerecht

Seit 2017 prüfen Schweizer Behörden auf Verlangen eines Elternteils bei jeder Trennung oder Scheidung die alternierende Obhut. Das bedeutet, dass Kinder abwechslungsweise bei Vater und Mutter wohnen. Theoretisch ermöglicht dieses Modell eine gleichberechtigte Aufteilung von Familie und Beruf für Frau und Mann. Laut des Dachverbandes der Schweizer Männer- und Väterorganisationen, Link öffnet in einem neuen Fenster kommt es jedoch nur in seltenen Fällen zu dieser Lösung. Der Dachverband berichtet, dass die Gerichte bei Trennungen häufig ein traditionelles Familienmodell durchsetzen. So wird der Mutter die Betreuung der Kinder und dem Vater die Erwerbsarbeit zugesprochen. (Quelle: swissinfo.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster und männer.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster)

Hinterlassenenversicherung

In der Schweiz hat eine Witwe ihr ganzes Leben Anspruch auf eine Witwenrente. Hingegen verliert ein Witwer seine Rente, soblad sein jüngstes Kind volljährig wird. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erkennt in dieser Ungleichbehandlung der Männer eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. (Quelle: humanrights.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster)

Autoversicherung

Das Beispiel der Autoversicherung veranschaulicht eine Diskrepanz, die bei diversen Arten der Versicherung anzutreffen ist. Bei den Kosten der Autoversicherung kann der Unterschied zwischen Mann und Frau innerhalb desselben Kantons riesig sein. So beträgt im Kanton Zürich die Durchschnittsprämie für junge Frauen 1681 Franken, für junge Männer aber 2269 Franken. Das ist ein Unterschied von 35 Prozent. Begründet wir dieser Unterschied dadurch, dass Männer im Schnitt mehr Schäden beim Autofahren verursachen. Auch in anderen Altersstufen ist der Unterschied zwischen Frauenprämien und Männerprämien gross. (Quelle: SRF Espresso, Kassensturz)

SRF 3 «Nid glich!»: Mein Beitrag zur Gleichstellung

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50 Jahre Frauenstimmrecht
Legende: SRF

Zum 50. Juibläum des Frauenstimmrechts in der Schweiz thematisiert SRF 3 die kleinen und grossen Beiträge, die wir alle jeden Tag für die Gleichstellung der Geschlechter leisten. Sei es jener der Chefin, die sich für Lohngleichheit einsetzt; des Eishockeyclubs, der sich für die Frauenförderung stark macht, oder die Eltern, die gleichberechtigt die Erziehung der Kinder übernehmen. Was ist dein Beitrag? Schreib uns, was du im Alltag für die Gleichstellung machst. Wir sind gespannt!

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5 Kommentare

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  • Kommentar von August Meier  (And007)
    Tja, dieser Artikel erscheint im „Kleingedruckten“ unter „ferner liefen“. Im umgekehrten Fall, auch wenn es nur darum geht dass einige Männer zu hause Faulheit nachgesagt wird, kommt so ein Artikel als Headline in Gross-schrift. Eine weitere Ungleichbehandlung, obwohl hier von Gesetzes wegen, entegen der Bundesverfassung systematisch benachteiligt wird.
  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Finde super, dass "die andere Seite" gezeigt wird, danke! Gleichwohl eine Erinnerung: 1991!! haben wir (ganz verschiedene Frauen) feststellen müssen: "wir haben zu früh von Partnerschaftlichkeit und Gleichgewicht gesprochen": z.B. wir haben Kollegen, die sich als Väter engagierten, unterstützt und (zu) spät gemerkt, dass wir dafür 150% gearbeitet haben; haben geholfen beim Männergruppen-Gründen und spät gemerkt, dass wir auf der Hausarbeit hocken blieben. Aber Grosslob den Enkel*innen auf srf3
  • Kommentar von Lukas Bendel  (LuckyB)
    > Erhebt eine Mutter missbräuchlich Missbrauchsvorwürfe gegen den Vater, welche sich nicht bestätigen, so wird a) NICHT weiter untersucht, ob allenfalls sie mit ihrem Verhalten das Kindeswohl gefährdet (stand bis vor kurzem noch genau so in den Richtlinien zur Kinderarbeit; jetzt steht nicht mehr, dass dann die Untersuchung beendet wird, weitergedacht wird trotzdem nicht) und b) dem Vater von den involvierten Opferschutzstellen jede Auskunft verweigert (obwohl ja nachweislich er das Opfer ist).