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Archiv: Wie funktioniert der Strommarkt?
Aus Treffpunkt vom 12.09.2022. Bild: Keyston / Martin Ruetschi
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Strommangel im Winter So kannst du bei der Weihnachtsbeleuchtung Strom sparen

Angesichts des drohenden Strommangels im Winter prüfen die Städte, ob sie die Weihnachtsbeleuchtung dieses Jahr reduzieren oder ganz darauf verzichten sollen.

Die Bahnhofstrasse in Zürich ohne Weihnachtsbeleuchtung «Lucy» – kaum vorstellbar, aber dieses Jahr angesichts des drohenden Strommangels ein durchaus realistisches Szenario. Die Stadt Zürich prüft derzeit, ob die Beleuchtung reduziert wird oder gar nicht zum Einsatz kommt. Aber: Lohnt es sich überhaupt, über die Weihnachtsbeleuchtung zu diskutieren? Sollte man nicht vielmehr in anderen Bereichen ansetzen?

Die Diskussion über die Weihnachtsbeleuchtung führt dazu, dass man über Stromverbrauch im Allgemeinen spricht. Das ist fast wichtiger als das tatsächliche Stromsparpotenzial: Die Menschen werden dazu angeregt, über ihren eigenen Stromverbrauch nachzudenken.
Autor: Björn Schrader Professor für Gebäudetechnik, Hochschule Luzern

Neue Luzerner Beleuchtung verbraucht nur noch ein Zehntel des Stroms

Auf eine energieeffiziente LED-Beleuchtung umzustellen, kann sich durchaus lohnen. Dank LED konnte die Stadt Luzern den Stromverbrauch auf ein Zehntel des ursprünglichen Verbrauchs reduzieren. Aktuell verbraucht die Weihnachtsbeleuchtung etwa so viel wie ein Vierpersonenhaushalt in einem Jahr. Das klingt nach viel – ist im Vergleich zum Stromverbrauch der Industrie und des Dienstleistungssektors aber kaum nennenswert.

Jede Kilowattstunde zählt

Nichtsdestotrotz zähle jede Kilowattstunde, die man einsparen könne, sagt Björn Schrader, Professor für Gebäudetechnik an der Hochschule Luzern: «Nicht nur wegen des Krieges und der hohen Strompreise, sondern vor allem auch wegen der Klimaerwärmung und des CO2-Ausstosses.»

Zudem führe die Diskussion über die Weihnachtsbeleuchtung dazu, dass man über Stromverbrauch im Allgemeinen spreche. Das sei fast wichtiger als das tatsächliche Stromsparpotenzial, sagt Schrader: «Die Menschen werden dazu angeregt, über ihren eigenen Stromverbrauch nachzudenken.»

Funfact: Auf Kerzen umzusteigen, ist nicht unbedingt die bessere Lösung. Denn Kerzen stossen CO2 aus.
Autor: Björn Schrader Professor für Gebäudetechnik, Hochschule Luzern

Was bedeutet das für die Weihnachtsbeleuchtung zuhause? Björn Schrader findet ein Verbot jedenfalls nicht sinnvoll. Damit löse man bei den Menschen nur eine Trotzreaktion aus: «Gerade in der dunklen Jahreszeit macht Licht Freude – es hat eine grosse Symbolkraft.» Statt ganz auf Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten, könne man versuchen, deren Stromverbrauch zu reduzieren. Das könne auf zwei Arten geschehen: «Energie ist Leistung mal Zeit. Entweder kann man die Leistung oder die Zeit reduzieren.» Übersetzt in konkrete Tipps heisst das:

3 Tipps für weniger Stromverbrauch

  1. Verwende LED-Leuchten statt herkömmlicher Glühbirnen: Dadurch kann der Stromverbrauch auf einen Zehntel des ursprünglichen Verbrauchs reduziert werden.
  2. Verwende die Beleuchtung weniger lang: Diese muss ja nicht die ganze Nacht brennen. Um das zu regulieren, kann man eine Zeitschaltuhr verwenden.
  3. Funfact: Wenn du vorhast, wieder auf Kerzen umzusteigen, dann ist das nicht unbedingt die bessere Lösung: Denn Kerzen stossen CO2 aus.

Doch Björn Schrader relativiert: «Die Kerze ist etwas Wundervolles. Es würde niemand auf die Idee kommen, Kerzen zu verbieten.» Er selbst wird an Weihnachten Kerzen und elektrische Beleuchtung verwenden.

Treffpunkt, 12.9.2022, 10:03 Uhr

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