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Goldener Violinschlüssel 2026 Fredy Reichmuth: «Ich stehe nicht gerne im Fokus»

Seit 50 Jahren gilt Fredy Reichmuth als einer der besten Akkordeonisten und Klavierbegleiter der Schweizer Volksmusikszene. Nun erhält er mit dem Goldenen Violinschlüssel 2026 die höchste Auszeichnung der Branche. Doch der Meister der leisen Töne fühlt sich im Rampenlicht nicht nur wohl.

Der gebürtige Zürcher Oberländer Volksmusiker zeigt sich bescheiden. Als Gewinner des «Goldenen Violinschlüssels» nimmt er die Auszeichnung mit zwiespältigen Gefühlen entgegen.

Manchmal denke ich, es wäre einfacher ohne den Preis.
Autor: Fredy Reichmuth Gewinner «Goldener Violinschlüssel» 2016

«Es ist eine wunderschöne Anerkennung und Würdigung, die ich sehr schätze. Andererseits stehe ich nicht gerne zu fest im Fokus.» Er spricht von einem gewissen Druck, einer Erwartungshaltung noch mehr abliefern zu müssen. «Manchmal denke ich, es wäre einfacher ohne den Preis.»

Ein Mann für alle Fälle

Fredy Reichmuth wird oft als «musikalischer Joker» bezeichnet, als Musikant für alle Fälle. Er sei seit Kindesbeinen an mit den verschiedensten Musikanten unterwegs. Da traf er immer wieder auf neue Situationen, die Flexibilität erforderten. «Diese Rolle als Begleiter gefällt mir», sagt der Preisträger. Reichmuth ist in einer Musikerfamilie aufgewachsen und spielt Akkordeon, Schwyzerörgeli, Klavier und Blockflöte.

Spontaneität ist eine der Stärken von Fredy Reichmuth. Er spielt ein Stück nie zweimal gleich. Volksmusik müsse leben. «Ich mag es, Melodien zu umspielen, Variationen zu machen, die wie ein Bachrauschen klingen.» Er vertraut dem was kommt und beim nächsten Mal sei es schon nicht mehr das Gleiche.

Risiko auf der Bühne muss sein

Fredy Reichmuth ist ein risikofreudiger Mensch, zumindest auf der Bühne. «Bei einem Liveauftritt kann auch mal etwas nicht aufgehen oder ein verrückter Ton dazwischenkommen» sagt der leidenschaftliche Volksmusiker. Da dürfe man nicht zu heikel sein. Das gehöre zur Volksmusik dazu.

Der Repertoire-Rucksack von Fredy Reichmuth ist riesig: seine Ohren, sein Gehör sind ein Garant, dass neue Stücke haften bleiben. «Wenn ich Stücke nur nach Noten lerne, sind sie schneller wieder weg.» Wenn er sich eine neue Melodie das Gehör erarbeitet, bleibe sie besser in seinem Kopf. Dennoch will er auf digitale Hilfsmittel, wie E-Mails mit Noten und Audio-Dateien nicht verzichten. Sie helfen ihm bei der Vorbereitung.

Mit bald 60 wird Fredy Reichmuth mit dem renommierten «Goldenen Violinschlüssel» ausgezeichnet. Ein Grund auf diesem Höhepunkt seiner Karriere an die Pensionierung zu denken? Er winkt ab und hat nicht das Gefühl, dass jetzt Schluss ist. Im Gegenteil. «Es sind bereits mehrere Konzerte für den Sommer und Herbst geplant, bei denen vor allem meine eigenen Kompositionen im Zentrum stehen werden.» Es geht also weiter für den bescheidenen Vollblutmusiker.

Die bisherigen TrägerInnen des «Goldenen Violinschlüssels»

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Goldener Violinschlüssel
Legende: SRF
  • 2025: Nadja Räss
  • 2024: Very Rickenbacher
  • 2023: Thomas Aeschbacher
  • 2022: Claudia Muff
  • 2021: Johannes Schmid-Kunz
  • 2020: René Wicky
  • 2019: Ruedi Renggli
  • 2018: Arno Jehli
  • 2017: Dani Häusler
  • 2016: Heidi und Ruedi Wachter
  • 2015: Hermann Studer
  • 2014: Wolfgang Sieber
  • 2013: Res Schmid
  • 2012: Carlo Brunner
  • 2011: Peter Roth
  • 2010: Ueli Mooser
  • 2009: Emil Wallimann
  • 2008: Walter Alder
  • 2007: Alex Eugster
  • 2006: Marie-Theres von Gunten
  • 2005: Walter Grob
  • 2004: Ruedi Wyss
  • 2003: Willi Valotti
  • 2002: Hans-Jürg Sommer
  • 2001: Ewald Muther
  • 2000: Edy Wallimann
  • 1999: Urs Mangold
  • 1998: Dölf Mettler
  • 1997: Hans Niederdorfer
  • 1996: Adolf Stähli
  • 1995: Hans Aregger
  • 1994: Werner Strassmann
  • 1993: Franz Stadelmann
  • 1992: Beatrice Alli-Pani
  • 1991: Domenic Janett
  • 1990: Jakob Farner
  • 1989: Gottfried Aegler
  • 1988: Heidi Bruggmann
  • 1987: Kurt Seiler
  • 1986: Wysel Gyr
  • 1985: Franz Regli
  • 1984: Norbert Oberholzer
  • 1983: Hans Fischer
  • 1982: Abbé Bessire
  • 1981: Kitty Weinberger
  • 1980: Paul Duppenthaler
  • 1979: Ernst Gartmann

    SRF Musikwelle, 7.3.2026, 15:30 Uhr ; 

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