Cervelat – Von der Arbeiterwurst zur nationalen Wurstikone

Vor noch nicht allzu langer Zeit hat man in den sogenannt besseren Kreisen die Nase über den Cervelat gerümpft. Doch heute ist das «Arbeiter-Kotelett», wie der Cervelat auch scherzhaft genannt wird, die Schweizer Nationalwurst par excellence.

Cervelat an einem Spiess über Feuer gegrillt.
Bildlegende: Cervelat an einem Spiess über Feuer gegrillt. Keystone

Der Cervelat - eine geräucherte Brühwurst mit feinem Brät - ist eine relativ junge Wurst. Dies allein schon aus technischen Gründen, denn sein feines Brät kann nur mit Hilfe eines elektrischen Cutters (Schneidemaschine) hergestellt werden. Und diese Maschinen kamen erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf.

Wann und wo erstmals Cervelats hergestellt wurden, wissen wir nicht. Historische Quellen deuten aber darauf hin, dass er gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Raum Basel, wo er übrigens «Klöpfer» heisst, aufkam.

«Cervelats« oder «cervellate» genannte Würste sind bereits in spätmittelalterlichen Rezeptbüchern zu finden. Allerdings hatten diese historischen Wurstkreationen ausser dem Namen kaum etwas gemein mit dem uns vertrauten Cervelat.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Rudolf Trefzer