Das Tischtuch – Symbol gehobener Tafelkultur

Auf einen Esstisch gehört ein weisses Tischtuch. Das war lange eine Regel der gehobenen Tafelkultur. Doch es gibt auch Alternativen.

Früher wurde eine Tischplatte auf Böcken erst durch das Tischtuch zum Tisch.
Bildlegende: Früher wurde eine Tischplatte auf Böcken erst durch das Tischtuch zum Tisch. Colourbox

Im Mittelalter waren Tische noch keine eigenständigen Möbelstücke. Ein Tisch bestand auch in vornehmen Häusern oft aus einer Holzplatte, die auf Böcke gelegt wurde. Erst durch das Auflegen eines Tischtuches wurde dieser Tisch zu einem Esstisch. Es war die Aufgabe des Tischtuches, nicht nur die Holzplatte zu bedecken, sondern auch den sozialen Status der Gastgeber zum Ausdruck zu bringen. Besonders teuer waren Damaststoffe aus Leinen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Tischtücher schmutzig werden. Weisse Tischtücher wieder sauber zu bekommen, kann recht aufwendig sein. Heute sind Esstische oft eine schöne Abdeckung aus Glas, Stein oder verschiedenen Hölzern. Da ist es nicht unbedingt nötig, ein Tischtuch zu verwenden. Vielfach reicht es, wenn man Tischsets auflegt. Und wenn es trotzdem ein Tischtuch sein soll, dann gibt es für den Gebrauch im Alltag auch beschichtete, abwaschbare Tischtücher oder solche, die man nach der Verwendung einfach in den Abfall werfen kann.

Moderation: Stefan Kohler, Redaktion: Rudolf Trefzer