Die Brennnessel – zurück in der Küche!

Wer an Brennnesseln denkt, denkt wohl zuerst einmal «auuutsch»! Und in der Tat, es gibt wohl kaum jemanden, den sie nicht schon mal übel gepiekst hätten. Aber die Brennnessel kann auch anders. In der Küche zum Beispiel.

Brennesseln
Bildlegende: Brennnessel - schmackhafte Alternative zum Spinat. Colourbox

In der Küche schmeckt die Brennnessel zu Suppe verarbeitet, in einer Quiche anstelle von Spinat, im Spätzli- oder Gnocchi-Teig, als Gemüse im Risotto oder als in Öl frittierte Brennnessl-Chips vorzüglich. Ähnlich wie Spinat, leicht säuerlich, ein wenig scharf und ganz ein klein wenig bitter.

Kulinarisch vom Radar gefallen

Leider haben heutzutage die meisten von uns die Brennnessel als schmackhaftes Gemüse mit unzähligen Verarbeitungsmöglichkeiten gar nicht mehr auf dem Radar. Noch immer trägt die Brennnessel nämlich den Stempel des unliebsamen Unkrauts und unattraktiven Arme-Leute-Essens. Den Platz in unserem Gemüsekorb hat sie sich erst wieder zurückerobern müssen.

Mit Hilfe der Spitzengastronomie, die sich in den letzten Jahren zunehmend für Flora und Fauna vor der Haustüre zu interessieren begann, scheint dies der Brennnessel jetzt zu gelingen. Jedenfalls findet sich das Kraut mit grosser Brennkraft seit einiger Zeit jetzt auch wieder im Angebot der Wochenmärkte und vereinzelt auch in Gärtnereien.

Tipps für Brennnessel-Sammler:

  • Die Brennnessel wächst auf nährstoffreichen Böden, an Feld- und Waldrändern, im Garten in der Nähe von Komposthaufen oder Grünabfall und auf Brachland.
  • Die Brennnessel hat von März bis September Saison. Weil die Brennnessel nach jedem Schnitt neu austreibt, kann man von der gleichen Pflanze immer wieder neue Blätter ernten. Beim Ernten die Pflanze aber auf keinen Fall zu stark zurückschneiden. Wie bei allen Wildpflanzen sollte man immer mindestens einen Drittel der Pflanze stehen lassen.
  • Beim Ernten der Brennnesselblätter und auch beim Weiterverarbeiten in der Küche empfiehlt es sich feste Plastikhandschuhe zu tragen.
  • Für den Gebrauch in der Küche eigenen sich die jungen, obersten Triebe der Pflanze, die Blüten und die Samen. Blüten und Triebe kann man gekocht (blanchiert wie Spinat oder gebraten) und roh geniessen. Allerdings empfiehlt es sich, die Blätter der Brennnessel vor dem roh Essen mit heissem Wasser zu überbrühen, beziehungsweise klein zu hacken oder mit dem Wallholz zu walzen. Samen schmecken geröstet besonders gut.

 

Mehr Infos zur Brennnessel gibt es beim Verein «Brennpunkt Brennnessel».

Redaktion: Maja Brunner