Krisen verändern Essgewohnheiten - ein Blick in die Vergangenheit

Die Covid-Krise hat unsere Ess- und Kochgewohnheiten verändert. Inwiefern lassen sich diese Veränderungen mit den Auswirkungen früherer Krisen vergleichen?

Ein leeres Restaurant.
Bildlegende: Auch während der Ölkrise wurde vermehrt zu Hause gekocht. Andy Falconer / unsplash

Wir haben während des Shutdowns das Kochen und Backen neu entdeckt. Viele von uns haben zum ersten Mal selber Brot gebacken und wieder regelmässig frisch gekocht. Wir haben regional und sogar lokal eingekauft, vermehrt biologisch Produziertes und tendenziell weniger Fleisch.

Statt «Take Away» unterwegs war das gemeinsame Essen wieder angesagt und gab unseren Home-Office-Tagen willkommene Struktur.

Vergleiche sind schwierig

Wie war das eigentlich bei früheren Krisen? Haben diese unsere Essgewohnheiten in vergleichbarer Weise verändert? Dominik Flammer, Autor und Ernährungsforscher, sagt, es sei schwierig, vergangene Krisen mit der Covid-Krise zu vergleichen.

Selbstverständlich hätten die spanische Grippe, der Erste und der Zweite Weltkrieg die Essgewohnheiten der Menschen damals auch verändert. Aber vergleichbar seien die Auswirkungen der Krisen nicht. Anders als bei der Covid-Krise fehlte es während der beiden Weltkriege schlicht und einfach an Nahrungsmitteln. Mangelerscheinungen waren weit verbreitet.

Auch währed der Ölkrise kochte man vorwiegend zu Hause

Am ehesten, sagt Dominik Flammer, könne man die Auswirkungen der Covid-Krise auf die Essgewohnheiten mit denen der Ölkrise Mitte der 70er-Jahre vergleichen. Auch damals hatten die Menschen Angst vor einer Rezession. Man lebte im Sparmodus, kochte zu Hause, die Gastronomie litt.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Maja Brunner