J. Courtney Sullivan: Aller Anfang

Frauenfreundschaften sind an Frauen-Colleges noch viel intensiver, als sie es ohnehin schon sind. Das sagt die US-amerikanische Autorin J. Courtney Sullivan in ihrem Roman «Aller Anfang». Liebevoll, mitreissend und tiefgründig erzählt sie vom gemeinsamen Weg von vier Freundinnen.

Eine intensive Frauenfreundschaft (Coverausschnitt)
Bildlegende: Eine intensive Frauenfreundschaft (Coverausschnitt) Bild: Deuticke Veralg

«Aller Anfang» spielt am Smith College in Northampton, Massachusetts. Die vier jungen Frauen Celia, Bree, April und Sally lernen sich dort kennen und werden zu besten Freundinnen. Allerdings eher zufällig, weil ihre Zimmer nebeneinander liegen. Auf den ersten Blick scheinen sie nicht viel gemeinsam zu haben: Celia kommt aus einer grossen irisch-katholischen Familie und vermisst ihr Zuhause, Bree ist eine Südstaaten-Schönheit und bereits verlobt, April ist verwahrlost aufgewachsen und eine radikale Feministin, Sally hat gerade ihre Mutter verloren und sucht Halt.
Aber die vier werden gegenseitig zu einer Art Familienersatz. Allerdings geht es nicht ohne Reibungen und Unstimmigkeiten.
Mit ihrem Roman «Aller Anfang» leuchtet J. Courtney Sullivan viele Facetten einer Frauenfreundschaft aus, stellt unter anderem auch die zentrale Frage, wo gegenseitige Fürsorge und Zuneigung in Vergleiche und Urteile abdriften.

Ausserdem thematisiert J. Courtney Sullivan aktuelle gesellschaftliche Fragen – zum Beispiel, wie die jungen Frauen von heute mit den Errungenschaften des Feminismus umgehen. Dass die Geschichte in einem US-amerikanischen Frauen-College spielt, macht diese Frage noch dringlicher. J. Courtney Sullivan gelingt es, ein Frauen-College als Mikrokosmos und damit auch als Spiegelung eines Teils der heutigen Gesellschaft darzustellen. In der Sendung BuchZeichen erzählt sie unter anderem, weshalb sie gerade diesen Schauplatz gewählt hat.

Buchhinweis:
J. Courtney Sullivan. Aller Anfang. Deuticke, 2019.

Autor/in: Britta Spichiger