Jennifer Egan. Manhattan Beach

Die Vergangenheit sei Teil unserer Gegenwart, sagt die US-amerikanische Schriftstellerin. In ihrem neuen Buch, einem historischen Roman, setzt sie sich mit hochaktuellen Themen auseinander.

Manhattan Beach (Ausschnitt Buchcover)
Bildlegende: Manhattan Beach (Ausschnitt Buchcover) (S. Fischer Verlage)

Vor allem zwei aktuelle Themen stechen hervor: die Emanzipation der Frau und «power through fear» - Macht, die mit Gewalt droht. Letzteres sieht Jennifer Egan vor allem im Zusammenhang mit dem jetzigen Präsidenten der USA, mit Donald Trump.

In «Manhattan Beach» erzählt Egan die fiktive Geschichte einer jungen Frau im New York der 1930-er und 1940-er Jahre: Anna ist ehrgeizig und unabhängig – und setzt sich zum Ziel, Taucherin zu werden, die im Hafen Kriegsschiffe repariert. Allen gesellschaftlichen Widerständen zum Trotz schafft sie es.

Jennifer Egan erzählt sehr sinnlich, detailgetreu und anschaulich. Man taucht ein in ein historisches New York, das geprägt war vom Zweiten Weltkrieg, dessen Kai eine ganz andere Bedeutung hatte als heute.

Im persönlichen Gespräch zu ihrem neuen Roman stellt Jennifer Egan Bezüge zur Gegenwart her. Zum Beispiel wie sie bei ihrer Recherche auf die Information stiess, dass Frauen auf Kriegsschiffen nicht zugelassen waren, weil man glaubte, dass die Männer sich auf engem Raum nicht beherrschen konnten. Wie sie das lächerlich fand – und dann bald darauf durch die Me-Too-Bewegung eines Besseren belehrt wurde.

Buchhinweis:
Jennifer Egan. Manhattan Beach. S. Fischer, 2018.

Autor/in: Britta Spichiger