100 Jahre Jungfraubahn

Am 1. August 1912 fuhr die Jungfraubahn zum ersten Mal durchgehend von der Kleinen Scheidegg bis aufs Jungfraujoch.

Seit 100 Jahren im Dienste der Jungfraubahn.
Bildlegende: Seit 100 Jahren im Dienste der Jungfraubahn. SRF

Die Jungfraubahn gilt bis heute als Jahrhundertwerk: Eine Meisterleistung der Ingenieure und ein körperlich und psychisch immenser Einsatz der Arbeiter, von denen rund dreissig beim Bau ihr Leben lassen mussten.

Der Erbauer der Jungfraubahn ist der Zürcher Industrielle Adolf Guyer-Zeller. Er hatte die Idee, die Jungfraubahn von der Wengernalp aus zu bauen, also nicht von ganz unten im Tal. Die Wengernalp war damals bereits mit einer Bahn von unten im Tal aus erschlossen.

Guyer-Zeller galt als Eisenbahnpionier. Zudem verstand er etwas von Geologie. Trotzdem verschätzte er sich am Anfang komplett: Nach 5 Jahren Bauzeit und 8 Millionen Franken Kosten wurden 16 Jahre Bauzeit und 16 Millionen Kosten.

Tunnelbau zur damaligen Zeit war vor allem Handarbeit. Einzig um die Sprenglöcher zu bohren standen Bohrmaschinen zur Verfügung, die mit Strom betrieben waren. Gesprengt wurde mit Dynamit, wobei es immer wieder zu Unfällen kam.

Die Arbeiter lebten in Baracken auf der Station Eigergletscher, in zum Teil prekären Verhältnissen. Deshalb herrschte ein Kommen und Gehen. Kaum jemand hielt es länger als 4 Monate dort oben aus. Die Arbeit in der Kälte war äusserst hart.

Das Jungfraubahnprojekt passte perfekt in die damalige Zeit um 1880 / 1890. Der Glaube an die Technik war grenzenlos. Bergbahnen schossen wie Pilze aus dem Boden. Zudem blühte der Tourismus, vor allem mit Engländern und mit Deutschen.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Jürg Oehninger