Bosnienkrieg: Sind die Wunden vernarbt?

Bis zum Kriegsbeginn vor 20 Jahren galten Bosnien und Herzegowina als «Jugoslawien im Kleinen»: Alle lebten hier friedlich zusammen, Bosniaken, Serben und Kroaten. Der Bosnienkrieg aber machte aus Nachbarn Feinde, der Riss spaltete Familien.

Schwedische U.N. Soldaten kontrollieren den Eingang zur improvisierten medizinischen Versorgung beim Flughafen Tuzla, 1995.
Bildlegende: Schwedische U.N. Soldaten kontrollieren den Eingang zur improvisierten medizinischen Versorgung beim Flughafen Tuzla, 1995. Keystone

Wo man einst zusammen gelebt hatte, herrschte jetzt erbitterter Hass. 100 000 Tote, so die offizielle Schätzung, forderte der Krieg. 2,2 Millionen flohen oder wurden vertrieben. Nur wenige kehrten später zurück.

Inzwischen ist der Krieg auf dem Balkan vorbei. Wie präsent ist er heute noch bei Schweizern mit bosnischen, serbischen und kroatischen Wurzeln? Spielt die ethnische Zugehörigkeit im Schweizer Alltag noch eine Rolle? Sind die Wunden vernarbt?

Gäste:

- Mirjana Goronja, kam kurz vor Kriegsausbruch in die Schweiz
- Ivica Petrusic, Jugendbeauftragter des Kantons Zürich, verliess Bosnien als Teenager
- Dejan Mikic, Ethnologe
- Walter Müller, DRS-Korrespondent, aus Belgrad dazugeschaltet

Moderation: Christine Hubacher