Die Alten werden die neuen Jungen – 100 Jahre Pro Senectute

Die grösste Schweizer Organisation für Altersfragen feiert ihr 100-jähriges Bestehen. In ihrem Jubiläumsjahr erhält Pro Senectute Schweiz eine prominente Vorsteherin: Alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wird neue Stiftungsratspräsidentin. Sie blickt mit Zuversicht und Respekt in die Zukunft.

Eveline Widmer-Schlumpf in ihrem Bürostuhl.
Bildlegende: Eveline Widmer-Schlumpf: Ab 1. April 2017 neue Stiftungsratspräsidentin von Pro Senectute Schweiz. zVg

Eveline Widmer-Schlumpf wird ihr Amt offiziell am 1. April 2017 antreten. Mit Blick auf das grosse Kursangebot von Pro Senectute sagt die 61-jährige Bündnerin: «Am notwendigsten hätte ich Kurse über moderne Technik. Zum Beispiel online Billette bestellen. Ich arbeite zwar seit Jahren mit Computern, bin aber glücklich, wenn ich ab und zu bei meinen Kindern nachfragen kann.»

Pro Senectute wurde 1917 in Winterthur als «Stiftung für das Alter» gegründet. Die Stiftung machte die hohe Altersarmut öffentlich und zum politischen Thema. Ihr Ziel war es, Bedürftige direkt zu unterstützen und die Bestrebungen für eine gesetzliche Altersversicherung zu forcieren. Ganze 30 Jahre sollten vergehen, bis am 6. Juli 1947 das Stimmvolk das AHV-Gesetz annahm. Ein epochaler Triumph für die «Stiftung für das Alter».

Im Laufe der Zeit änderte die Stiftung nicht nur ihren Namen in Pro Senectute, sondern passte auch ihr Angebot der demografischen Veränderung an. Angebote rund um das körperliche und seelische Wohl der Senioren wurden wichtiger als direkte finanzielle Unterstützungen. Die Stiftung hat mittlerweilen auch einen grossen Leistungsauftrag der Kantone und des Bundes.

Heute stellt die wachsende Zahl von älteren Menschen und die generell gestiegene Lebenserwartung Pro Senectute vor ganz neue Fragen. Alain Huber, Secrétaire romand und Leiter Fachthemen prognostiziert: «Die Phasen des Alterns, werden sich verändern. Ich kann mir vorstellen, dass künftig 70-Jährige nochmals an der Universität studieren, dafür 40-Jährige ihre Arbeitszeit für zwei Jahre Pause unterbrechen.»

Redaktion: Krispin Zimmermann