Entscheide dich! Lust und Last der Möglichkeiten

Ja oder nein? Links oder rechts? Jetzt oder nie? Sobald wir die Wahl zwischen mindestens zwei Möglichkeiten haben, müssen wir uns entscheiden. Das Problem dabei: Entscheidungen sind Behauptungen, die erst in der Zukunft bestätigt werden – oder eben nicht.

Frau steht vor Supermarktregal.
Bildlegende: Der Ort der Entscheidung: Wer meint, wir fällen unsere Entscheide aus freiem Willen, die oder der irrt. colourbox.com

«Ich würde auch gerne jede Entscheidung bewusst treffen», sagt Psychologin Ester Reijnen, «doch dazu fehlen mir sowohl Zeit wie auch Kapazität.» So kommt es, dass der Grossteil unserer Entscheidungen Bauchentscheide sind, die wir schnell und häufig unbewusst fällen.

«Wir werden ständig beeinflusst»

Diese intuitiven Entscheidungen fällen wir aufgrund unserer Erfahrung und erlernten Mustern. Meistens reicht das, manchmal sind uns diese Stereotypien aber auch im Weg. Wie diese unbewussten Entscheidungen besser – gesünder, ökologischer und sozialer für sich selbst und für die Gesellschaft ausfallen, darüber forscht die «Nudging»-Expertin Ester Reijnen.

«Entscheidungen haben das grundsätzliche Problem, dass sie sich erst in der Zukunft bestätigen oder eben nicht», sagt Philosoph Rayk Sprecher, «und die Zukunft kommt ja erst noch.» Wie also fällen wir einen guten oder richtigen Entscheid? «Indem wir diesen zum richtigen machen, indem wir dahinterstehen, indem wir uns unsere Wahl zu eigen machen.»

«Wir sind unsere Entscheidungen»

Nur ein kleiner Teil unserer täglichen Entscheidungen fällen wir bewusst, lange überlegt oder mindestens antrainiert. Den Schleudersitz auslösen? Ins Kloster ein- und wieder austreten? Jemanden zu neun Jahren Gefängnis verurteilen? Die wenigsten von uns müssen diese Entscheidungen je treffen. In der Sendung «Doppelpunkt» erzählen ein Militärpilot, eine ehemalige Ordensschwester und ein Richter über diese Momente.

Redaktion: Brigitte Wenger