Ist die Basler Fasnacht bald UNESCO-Kulturerbe?

Mit Cliquen und Schnitzelbänken, Laternen und dem legendären Morgenstraich: Die Basler Fasnacht übt auch in diesen Tagen wieder eine grosse Anziehungskraft aus. Vielleicht wird ihr bald ein zusätzliches Krönchen auf die Larve gesetzt: ein Eintrag auf der UNESCO-Liste für immaterielles Kulturerbe.

Doris Äbi und Ton Hugel in ihrer Larvenstube
Bildlegende: 300 Larven aus Papiermaché produzieren die flinken Hände in der Larvenstube jährlich SRF

Als zweite Tradition nach dem Winzerfest in Vevey könnte es der Basler Fasnacht gelingen, auf die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes zu kommen. Ja, die gibt es! UNESCO schützt nicht nur physische Kulturgüter wie Brücken, Gebäude oder etwa die Berner Altstadt, sondern auch immaterielle Dinge wie Traditionen, Wissen oder Sagen. Die Schweiz hat die UNESCO-Konvention 2008 unterschrieben und sich damit verpflichtet, als erstes eine umfängliche Liste der lebendigen Traditionen des eigenen Landes zu erstellen.

Auch der Töfftreff ist eine Tradition

Die Sendung «Doppelpunkt» taucht ein in Schweizer Traditionen und fragt nach, warum man immaterielle Dinge überhaupt in einer Liste festhalten soll. «Das Interesse der Bevölkerung war riesig, wohl weil man sich in Zeiten der Globalisierung vermehrt mit den eigenen Wurzeln befasst», sagt David Vitali vom Bundesamt für Kultur. Er ist für die Schweizer Umsetzung der Konvention mitverantwortlich. Ganz wichtig sei, dass die Traditionen noch gelebt werden und die Liste nicht dazu diene, sie zu musealisieren, ergänzt Kulturwissenschaftlerin Karin Janz.

In der Schweizer Liste der lebendigen Traditionen tauchen viele klassische Traditionen wie Fasnachten, Handwerke oder das Schwingen auf. Aber nicht nur: Auch der Töfftreff Hauenstein gehört dazu. Seit 40 Jahren zieht er Töff-Enthusiasten aus dem In- und Ausland an.

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Redaktion: Patricia Banzer