Verkehr vor dem Infarkt: wie weiter?

Vollgepferchte Züge und kilometerlange Blechkolonnen: Die Politik reagiert stets mit dem gleichen Reflex auf diese Herausforderungen und baut Strassen und Schienen immer weiter aus. Nun stellen Verkehrsexperten dieses Ausbaudogma in Frage.

Das Schweizer Nationalstrassennetz soll ab 2014 um 400 Kilometer erweitert, das Bahnnetz ausgebaut und verdichtet werden. Wann ist die Grenze erreicht?
Bildlegende: Das Schweizer Nationalstrassennetz soll ab 2014 um 400 Kilometer erweitert, das Bahnnetz ausgebaut und verdichtet werden. Wann ist die Grenze erreicht? colourbox

Reisen soll wieder besonders werden, der Liter Benzin rund zehn Franken kosten, das Generalabonnement 7000 Franken, kurze Strecken sollen häufiger zu Fuss oder per Velo zurückgelegt, Parkplätze rigoros reduziert werden.

Doch bereits bei kleineren Veränderungen wehren sich die Konsumenten: Gegen eine moderate Erhöhung des Preises für die Autobahnvignette wird das Referendum ergriffen, die Tariferhöhungen der SBB werden regelmässig kritisiert.

Ausbaustopp für Strassen und Schienen?
Verschiedene Verkehrsexperten plädieren für einen rigorosen Systemwechsel: Anstatt immer neue Strassen und Schienen zu bauen, wollen sie den Verkehr verringern. Und wer mobil ist, soll dies auch komplett selber berappen; hin also zum System des «Mobility Pricing».

Wie können wir einen «Verkehrsinfarkt» verhindern? Wie muss sich unsere Mobilität in den nächsten Jahrzehnten entwickeln? Verkehrsexperten diskutieren verschiedene Szenarien.

Gäste im Forum sind:

  • Stephan Erne: Raumplaner, Bauingenieur, EWP AG (Verkehrsplanung)
  • Anton Gunzinger: Ingenieur und Unternehmer «Supercomputing Systems», Prof. ETH Zürich, Verkehrs- und Energieexperte
  • Peter Goetschi: Zentralpräsident TCS (Touring Club Schweiz)

 

 

Moderation: Reto Scherrer, Redaktion: Christine Schulthess