Während 17 Tagen touren Jonas Bolli und Jonas Weinhold zusammen durch die Schweiz. Mit Scheinwerfern, etlichen Kabelrollen und Mischpult-ähnlichen Geräten würden sie auch als Band durchgehen. Doch statt der E-Gitarre sind sie mit Kameras unterwegs. Die beiden SRF-Kameramänner verantworten die Technik für das «Eishockey-WM 2026 Magazin» und sind täglich an einem neuen Drehort anzutreffen.
Die Konstante bildet der Airstream-Wohnwagen, der je nach Wetterverhältnissen als ansehnliche Kulisse oder schützendes Studio eingesetzt wird. Die Schlafstätte von Jonas Bolli und Jonas Weinhold ist abhängig von der Nähe zum Wohnort ihr eigenes Zuhause oder ein Hotel mit einem genügend grossen Parkplatz. Schliesslich benötigt auch der Wohnwagen eine Übernachtungsmöglichkeit.
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Bild 1 von 2. Mit diesem Airstream-Wohnwagen touren Jonas Bolli und Jonas Weinhold quer durch die Schweiz: vom Tessin bis nach Schaffhausen. Bildquelle: SRF/Eva Nussbaumer.
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Bild 2 von 2. Der Wohnwagen knapp 500 Meter von den SRF-Studios entfernt im Einsatz: Das Set ist bereit für den Dreh in der Brauerei Oerlikon. Bildquelle: SRF/Florian Ott.
Ein Jonas als Kameramann
Um 14.30 Uhr kommen die beiden Jonas am Drehort bei der Brauerei an. Als erstes werden sogleich die Drohnenaufnahmen gemacht und die letzten Meter der Hinfahrt mit dem Wohnwagen nachgestellt.
«Die Arbeitstage sind lang, jeden Tag an einem anderen Ort zu sein, das ist schon auch anstrengend. Nach dem ersten Wochenende habe ich realisiert, dass es noch zwei Wochen so weitergeht», erzählt Jonas Weinhold. Der 42-Jährige agiert in den ersten Sendungen als Kameramann. Vor Ort platziert und führt er die Kameras und sorgt je nach Umgebung und Sendungsablauf für die passenden Lichtverhältnisse.
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Bild 1 von 2. Jonas Weinhold positioniert fest installierte Kameras in verschiedenen Positionen, ... Bildquelle: SRF/Florian Ott.
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Bild 2 von 2. ... um mehrere Perspektiven des Gesprächs zwischen der Moderation und dem Gast abzudecken. Bildquelle: SRF/Florian Ott.
Sendungsbesprechung vor Ort
Der Ablauf der Sendung wird um 15.30 Uhr bei einer Regiebesprechung direkt vor Ort festgelegt. Fabienne Gyr und die beiden Kameramänner sind telefonisch mit der Redaktion verbunden. Gemeinsam diskutieren sie, wann, wo, welche Inhalte mit welcher Kamera gedreht werden. Dabei soll auch die Umgebung bestmöglich eingebaut werden – in diesem Fall die bildstarke Infrastruktur der Brauerei.
«Die Live-Produktion vor Ort bietet mir ganz andere Möglichkeiten, Themen zu erzählen», beschreibt Fabienne Gyr den Unterschied zu herkömmlichen Studio-Sendungen. Die 38-Jährige ist diese Situation bereits gewohnt, etwa vom «Samschtig-Jass».
Für das WM-Magazin muss sie als Moderatorin flexibler und kreativer sein: «Ich stehe in der Mitte zwischen der Redaktion und Technik. Vieles wird erst kurzfristig vor Ort festgelegt.» So etwa auch die Idee, dass Mathias Seger als Gast zum Einstieg mit seinem Kuriervelo ins Bild fährt.
Die letzten Vorbereitungen trifft Fabienne Gyr erst am Tag der Sendung, um so auch Resultate von den Spielen am Vortag und am Nachmittag in der Sendung mitaufnehmen zu können. «Meistens bereite ich das gesamte Gespräch mit dem Gast selbstständig vor und stimme mich inhaltlich mit der Redaktion ab», führt die Moderatorin aus.
Der andere Jonas als Cutter
Währenddessen baut Jonas Bolli die nötige Infrastruktur auf. Ein lokales WLAN verbindet all die Kameras und Geräte miteinander. Dafür werden 5G-SIM-Karten eingesetzt. Zur Absicherung hat Jonas Bolli auch einen Starlink-Empfänger im Gepäck. Mit diesem könnte er im Havariefall auf ein Satellitennetzwerk zugreifen.
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Bild 1 von 2. Jonas Bolli montiert die Empfangsgeräte, um einen bestmöglichen Mobilfunkempfang herzustellen: . Bildquelle: SRF/Florian Ott.
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Bild 2 von 2. «Wenn wir an einem Ort keinen Empfang haben, ist das ein Killerkriterium.». Bildquelle: SRF/Florian Ott.
Der 39-Jährige ist während der Sendung im Produktionswagen und schneidet die Bilder der Kameras direkt vor Ort auf dem Display. «Ich stehe über Funk immer mit Jonas, Fabienne und der Regie in Zürich in Verbindung», sagt Jonas Bolli. Im WM-Magazin, das ab 19.15 Uhr läuft, ist davon nichts zu sehen oder hören – anders im Produktionswagen selbst. Im Stil eines Regisseurs wählt er aus den vier Kameras laufend das beste Bild und spricht dabei stets mit Jonas Weinhold.
Vorbereitungen für die Produktion
Bereits vor der ersten Sendung haben die beiden Kameramänner viel Zeit zusammen verbracht. Während vier Tagen haben sie den Airstream eingerichtet, technisches Equipment vorbereitet und Szenarien für die Produktion durchgespielt. Die 30-minütige Sendung wird durch die beiden, Fabienne Gyr oder Lukas Studer und eine Person in der Regie produziert. Dies ist deutlich weniger Personal als bei vergleichbaren Sendungen, wie Jonas Weinhold erklärt. Und er schiebt nach: «Wir werden als Team immer eingespielter.»
Stetige Weiterentwicklung
Nach der Sendung, kurz vor 20 Uhr, gilt es für Jonas Bolli und Jonas Weinhold, die verlegten Kabel aufzurollen, die Kameras und Scheinwerfer möglichst rasch abzubauen und das Material so zu verstauen, dass es für den nächsten Tag bereit ist. Ein kurzer Austausch zwischen ihnen und Fabienne Gyr zeigt: Die Sendung ist geglückt.
Inmitten des Aufräumens tauschen die beiden Jonas ihre Gedanken zur Produktion aus. Sie entdecken nach jeder Durchführung Verbesserungsmöglichkeiten. «Wir befinden uns in einem Labormodus, testen neue Dinge und lernen während der Produktion», sagt Jonas Bolli. Und Jonas Weinhold ergänzt: «Wir werden jeden Tag besser. Wir passen uns so lange an, bis wir am Ende perfekt sind – und die WM vorbei ist.»