«Auressio» von Ingeborg Lüscher und Peter Moritz Pickshaus

Bei Auressio im Tessin lebt von 1951 bis 1972 völlig zurückgezogen und menschenscheu der Einsiedler Armand Schulthess. Auf dem Steilgelände seines Kastanienwalds verknotet er Zweige zu Geländern und baut aus Sperrmüll, Baumstämmen und Altreifen abenteuerliche Stege und Aussichtspunkte.

Dazwischen hängt er Hunderte von Schrifttafeln und Gegenstände in die Bäume. So dokumentiert er sein Wissen - genauer, ein einzigartiges Ordnungssystem des Weltwissens in einer Art Freiluft-Enzyklopädie.

Die junge Künstlerin Ingeborg Lüscher lernte Schulthess 1969 kennen. Es brauchte Zeit, bis er bereit war, mit ihr zu sprechen. Die Dokumentation, die sie über ihn und sein eigenwilliges Projekt erstellte, zeigte sie Harald Szeemann, dem Macher der documenta 5. Dort wurde Schulthess' Werk 1972 als ein Aspekt Individueller Mythologie vorgestellt.

Mit Peter Moritz Pickshaus kehrte Lüscher 2007 an den Ort zurück, wo sich einst der Wunderwald des Armand Schulthess befand. Das war der Ausgangspunkt für das Hörspiel «Auressio».

Mit Franz Rueb, Katja Bürkle und Ingeborg Lüscher

Musik: Dirk Leyers - Bearbeitung und Regie: Nikolai von Koslowski - Produktion: Bayerischer Rundfunk, 2010 - Dauer: 51'

Redaktion: Stephan Heilmann