Die Schweiz im 1. Weltkrieg

Fünf Kurzhörspiele von Hanspeter Gschwend, Lukas Holliger, Daniela Janjic, Gerhard Meister und Andreas Sauter.

In diesem Sommer jährt sich der Ausbruch des 1. Weltkriegs zum hundertsten Mal. SRF hat vier Autoren und eine Autorin gebeten, mit radiofiktionalen Mitteln zu rekonstruieren, wie die Schweiz von den Kriegsjahren geprägt worden ist. Die fünf Stücke sind jetzt in einer Gesamtfassung zu hören.

Die Rolle der Schweiz war damals schon eine besondere. Sie war das verschonte Land mittendrin und blieb trotzdem nicht inaktiv. Was das damals hiess und heute heissen könnte, versuchen die fünf Kurzhörspiele auf sehr unterschiedliche Art und Weise darzustellen.

«Europe 1914/1918: Audio Snapshots from a Continent at War» unter dieser Überschrift präsentiert die European Broadcasting Union (EBU) Hörspiel-Beiträge aus ganz Europa, die zum Gedenken an das Drama des 1. Weltkriegs entstanden sind. Es ist der gesamteuropäische Versuch eines gemeinsamen Erinnerns und gleichzeitig einer aktuellen Standortbestimmung des Kontinents.

Direkter Link zu den EBU-Beiträgen.

Beiträge

  • «Läublis Traum»

    Vorkrieg 1912: Der Deutsche Kaiser besucht die Schweiz, um sich ein militärisches Manöver anzusehen. Für die damalige Schweiz ist es ein Freudentag, im Kopf des einfachen Soldaten Läubli aber bricht bereits der Krieg aus.

    Eine Collage nach Motiven von Friedrich Glauser und Kurt Guggenheim.

    Mit: Raphael Clamer (Läubli), Peter Hottinger (Hauptmann), Peter Kner (Vater), Inga Eickemeier (Lisbeth), Anette Herbst, Päivi Stalder, Christian Heller, Kamil Krejci und Fabian Müller (Chor)

    Musik: Malte Preuss u.a. Regie: Reto Ott Produktion: SRF 2014 Dauer: 11'

    Andreas Sauter

  • «Marmotta»

    Sommer 1915. Italien hat soeben Österreich den Krieg erklärt. Während sich nicht sehr weit entfernt italienische Gebirgsjäger Gefechte mit deutschen und österreichischen Truppen liefern, haben sich die Schweizer Soldaten im Fels verschanzt.

    Sie bewähren sich als «Verteidiger der Murmeltiere», wie Max Frisch nach dem 2. Weltkrieg die helvetische Strategie des Réduit beschrieb.

    Mit: Davide Gagliardi (Mitrailleur Ciocco), Joel Basman (Mitrailleur Fux), Nils Althaus (Leutnant), Hanspeter Müller-Drossaart (Hauptmann)

    Regie: Isabel Schaerer Produktion: SRF 2014 Dauer: 10'

    Hanspeter Gschwend

  • «Fenster schliessen! Fenster schliessen!»

    Es ist ein historischer Ort: die Spiegelgasse in der Zürcher Altstadt. Hier lebten 1916/17 quasi Tür an die Tür der politische Revolutionär Lenin und jene Revolutionäre der Kunst, die als «Dadaisten» in die Geschichte eingehen sollten.

    Der revolutionäre Geist jedoch wurde ganz massiv gestört, durch das erfolgreiche Geschäftsgebaren eines weiteren Nachbarn, der Metzger war von Beruf.

    Mit: Anette Herbst, Christian Heller, Kamil Krejci und Fabian Müller

    Musik: Martin Bezzola Regie: Päivi Stalder Produktion: SRF 2014 Dauer: 9'

    Gerhard Meister

  • «Welcher Teil du von mir bist, ...»

    «Welcher Teil du von mir bist, das kann mir kein Geschichtsbuch sagen»: 1918, der Grosse Krieg ist fast vorbei und Helene ist im Aufbruch. Sie will den goldenen Käfig ihres bürgerlichen Elternhauses hinter sich lassen. Sie sucht einen Weg, ein Ziel, eine Mission.

    Eine Alternative zum Dogma der Schweizer Neutralität. Unterwegs zu sich und zu einem selbstbestimmten Leben als Frau schreibt Helene einen Brief an den Attentäter von Sarajevo, Gavrilo Princip.

    Mit: Jeanne Devos und Hanspeter Müller-Drossaart

    Musik: Henry Cowell Regie: Julia Glaus Produktion: SRF 2014 Dauer: 11'

    Daniela Janjic

Redaktion: Reto Ott