«Ein Bericht für eine Akademie» von Franz Kafka

Es ist ein genialer Kunstgriff, den Franz Kafka in seiner 1917 erstmals veröffentlichten Erzählung zur Anwendung bringt. Er betrachtet die Menschen aus der Sicht eines Affen. Und deckt dadurch ebenso amüsant wie schonungslos die Schwächen des ach so kultivierten Menschengeschlechts auf.

Ein Affe, eingefangen bei einer Jagdexpedition in Afrika und im Käfig verschifft, wird viele Jahre später von den Mitgliedern einer «Akademie» aufgefordert, einen Bericht über sein «äffisches Vorleben» einzureichen. Inzwischen hatte er es nämlich durch absolute Selbstverleugnung und Anpassung geschafft, ein «Mensch» zu werden und somit dem Käfig zu entkommen. Er hatte bald erkannt, dass ihm auf der Suche nach einem Ausweg neben dem Zoologischen Garten nur etwas offenstand: das Varieté. Er berichtet weniger von seinem Vorleben als vielmehr von seiner Rolle als Menschenimitator.

Begleitet von den Musikern Juliane und Siggi Haider schlüpft Felix Mitterer lustvoll in die Rolle des tanzenden und singenden Affen. Alte Schlager werden angestimmt, man singt «Ein Freund, ein guter Freund» und fühlt sich sichtlich wohl im goldenen Käfig der Zivilisation.

Mit: Felix Mitterer (Rotpeter)

Musik: Juliane und Siggi Haider - Hörspielfassung und Regie: Martin Sailer - Produktion: ORF 2013 - Dauer: 50'