«Phönix voran» von Peter Rühmkorf

Peter Rühmkorf prägte wie kein Zweiter die Verschmelzung von Lyrik und Jazz - vor allem im Zusammenspiel mit dem Pianisten Michael Naura und dem Vibraphonisten Wolfgang Schlüter. Für Rühmkorf waren Gedichte «Klangkörper». Und dementsprechend musikalisch wurden sie vertont.

Porträt Peter Rühmkorf
Bildlegende: Zwischen Lyrik und Jazz: Peter Rühmkorf. Imago

In «Phönix voran» persifliert Rühmkorf vorgegebene Gedichtformen, kombiniert sogenannte Hochsprache mit Slang und saloppem Umgangsdeutsch, reisst Wörter aus dem gewöhnlichen Kontext und stellt sie in neue Zusammenhänge: «Wie dieser ganz normale Neurotiker neulich seinem Irrenarzt die Couch vor die Füsse kippte und sagte: Mit der Hypo-Bank kamen die Schulden ins Haus und mit dem Doktor die Zustände - ich aber will mein Geld zurück und meine Stimmen wieder hören.»

Mit: Peter Rühmkorf

Musik: Michael Naura, Wolfgang Schlüter, Leszek Zadlo - Produktion: ECM 1978 - Dauer: 41'

Peter Rühmkorf wurde 1929 in Dortmund geboren. Er studierte von 1951 bis 1957 Pädagogik, Germanistik und Psychologie in Hamburg, war von 1958 bis 1964 Verlagslektor bei Rowohlt und lebte danach als freier Schriftsteller in Hamburg. 1970 unterrichtete er als Gastdozent für moderne deutsche Literatur in Austin, Texas. Rühmkorf erhielt zahlreiche Auszeichnungen für sein literarisches Werk, unter anderen: Droste-Hülshoff-Preis, Arno-Schmidt-Preis, Georg-Büchner-Preis. 2008, wenige Monate nach der Veröffentlichung seines Gedichtbandes «Paradiesvogelschiss», starb Peter Rühmkorf an Krebs.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen auf unserer Internetseite nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Johannes Mayr