«Under jedem Dach» von Eva Rottmann

Eva Rottmanns Mundart-Hörspiel kreist um die Frage, wieweit die Kinder für ihre alt gewordenen Eltern zu sorgen haben. Wie steht es mit dem gern zitierten Generationen-Vertrag: Ist in einer Gesellschaft, der die Überalterung droht, ein solidarisches Leben zwischen den Generationen noch möglich?

Hausdachausschnitt mit Himmel im Hintergrund.
Bildlegende: Symbolbild. Colourbox

Zur Beerdigung der Mutter kehren die Geschwister Max und Franziska in ihr ländliches Zuhause zurück: Sie ist engagierte Lehrerin in der fernen Stadt, er ein mässig erfolgreicher Komponist im noch ferneren New York. Bei ihrer Ankunft finden sie einen Zettel: «Ich kann nicht mehr. Ihr seid dran. Passt gut auf Papa auf.»

Das hat die ältere Schwester Christine geschrieben, bevor sie endlich den Aufbruch in ein selbstbestimmtes Leben wagt. Christine war als einzige zu Hause geblieben und hatte sich um die pflegebedürftige Mutter und den eigenbrötlerischen Vater gekümmert. Ihr plötzliches Verschwinden überträgt Max und Franziska eine Verantwortung, die sich nicht mit einer urbanen und von Selbstverwirklichung geprägten Lebenspraxis verträgt.

Eva Rottmann zeichnet auf verschiedenen Zeitebenen und in knapp gesetzten, atmosphärisch dichten Szenen das Porträt einer Familie, für die es kein gemeinsames Dach mehr geben kann. Zurück bleibt der Traum vom Glück unter einem anderen Himmel.

Mit: Miriam Japp (Christine), Mona Petri (Franziska), Peter Hottinger (Max), Hansrudolf Twerenbold (Vater)

Musik: Albin Brun, Patricia Draeger - Hörspiel-Bearbeitung und Regie: Anina La Roche - Tontechnik: Jack Jakob - Produktion: SRF 2011 - Dauer: 48'

Das Hörspiel kann während 15 Tagen nachgehört werden.

Redaktion: Reto Ott