Bock auf mehr Europa? Die Generation Erasmus vor der Europawahl

Sie studieren in ganz Europa und halten die EU für eine Selbstverständlichkeit.An der Europawahl beteiligt sich die Generation Erasmus aber nur mässig.

Andrea Venzon, Präsident von Volt Europa
Bildlegende: Andrea Venzon, Präsident von Volt Europa ©CharlesLiebherr

Es gibt aber auch junge Aktivisten, etwa die jungen europäischen Föderalisten, die selbstbewusst für eine vertiefte europäische Integration plädieren.
Ihr Ziel sind die Vereinigten Staaten von Europa, ein Premier, der direkt vom Volk gewählt würde und ein Europaparlament, das gleichberechtigt zur Länderkammer, dem Rat, mitbestimmen kann.
Eine Gruppe junger Pro-Europäer zieht darum auf einer Bustour entlang der ost-deutschen Grenze von Kleinstadt zu Kleinstadt, um für diese Vision und ganz grundsätzlich für mehr Europa zu werben.
Entgegengebracht wird ihnen wenig Interesse an der bevorstehenden Europawahl, etwas Anerkennung und vor allem viel Skepsis, auch von Wählerinnen und Wählern ihrer eigenen Altersgruppe.
'Bock auf Europa' haben sie trotzdem.
Andere erlebten den drohenden Brexit als Alptraum. Am Küchentisch in London entwickeln sie darum eine kühne Idee. Diese 'Generation Erasmus' muss mit einer eigenen Partei an den Europawahlen teilnehmen.
Darum gründen sie die erste pan-europäische Partei Volt und reiben sich an nationale Grenzen auf. Denn die EU anerkennt gar keine europäischen Parteien. Also gründen die jungen Polit-Aktivisten in allen
europäischen Mitgliedsländern nationale Parteien. Trotz aller Hürden tritt Volt nun in acht Ländern zur Europawahl an, macht Wahlkampf mit einem einheitlichen Logo und einem identischen Reformprogramm für Europa in allen Mitgliedsstaaten. Erstaunlicherweise sogar im Vereinigten Königreich, das der EU ja eigentlich den Rücken kehren will.

Autor/in: Charles Liebherr, Redaktion: Philipp Scholkmann