«Als wir zurückkamen, war das Gate leer»

Eine unangenehme Überraschung erlebten zwei Easyjet-Passagiere, die von Basel nach Dresden fliegen wollten: Ihr Boarding wurde wegen eines technischen Defekts unterbrochen. Als die Beiden vom WC zurück kamen, war das Gate geschlossen, der Flug ging ohne sie.

Die Hörerin des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» wollte zusammen mit ihrem deutschen Partner an einem Freitagabend nach Dresden fliegen, um an einem Familienfest teilzunehmen. «Als das Boarding unterbrochen war, wollten wir nur kurz auf die Toilette und an einen Kiosk.» Sie erinnert sich, dass sie einmal ausgerufen worden waren. «Als wir zum Gate zurückkamen, war es schon leer.»

Das Easyjet-Personal wies das Paar an, das Gate zu verlassen und sich am Easyjet-Schalter im Flughafen Basel nach Alternativen zu erkundigen. Als Alternative habe man ihnen einen Flug am Sonntagabend vorgeschlagen – «einen Tag nach dem Fest». Das Paar nahm deshalb mit dem Auto die stundenlange Fahrt nach Dresden unter die Räder.

Easyjet sieht keinen Grund für Schadenersatz

Die sitzengelassenen Passagiere fordern nun von Easyjet eine Entschädigung. Ihre Mails blieben aber unbeantwortet. Thomas Haagensen, kaufmännischer Direktor von Easyjet, sagt auf Anfrage von «Espresso», es tue ihm leid, was den Beiden passiert sei. In diesem Fall sehe er den Fehler aber nicht bei seiner Airline: «Das Paar kam leider zu spät am Gate an.» Man habe den technischen Defekt relativ schnell behoben, das Boarding zügig fortgesetzt und die Passagiere entsprechend informiert: «Alle anderen haben es ja auch rechtzeitig geschafft.»

Danach habe das Easyjet-Personal dem Paar einen anderen Flug vorgeschlagen. Man habe in seinen Augen gemacht, was möglich sei, so Haagensen. Deshalb sehe er in diesem Fall auch keinen Grund dafür, eine Entschädigung zu bezahlen. Anders bei Ereignissen wie zum Beispiel einem Streik, da übernehme man die Kosten für Umbuchungen und Hotelübernachtungen, versichert er.