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Kassensturz-Tests Bart-Trimmer im Test: Wider das Zupfen und Reissen

Für sechzig Franken gibt es einen sehr guten Bartschneider. Das teuerste Modell kostet fast doppelt so viel und landet im «Kassensturz»-Test auf dem zweitletzten Platz.

Legende: Video Bart-Trimmer im Test: Wider das Zupfen und Reissen abspielen. Laufzeit 06:33 Minuten.
Aus Kassensturz vom 28.08.2018.

Mann trägt heute gerne Bart. Die Frisur im Gesicht lässt sich zuhause einfach mit einem Bartschneider in Form bringen – trimmen eben. Wie gut acht der meistverkauften Bartschneider schneiden und wie gut ihre technische Qualität ist, liessen «Kassensturz» und «Saldo» im Labor testen.

Testtabelle

Testtabelle

Hier geht es zu den detaillierten Testresultaten.

Remington: «sehr gut» und preiswert

Erfreulich: Für 60 Franken gibt es einen «sehr guten» Barttrimmer – ein Urteil, das «Kassensturz» nicht jeden Tag verteilt. Der Remington «Beard Boss» MB 4125 ist tatsächlich der Chef aller Bartschneider. Der Testsieger überzeugte in den technischen Tests, vor allem aber in der Praxis. Die Probanden waren voll des Lobes, die Liste der positiven Eigenschaften ist lang: die überzeugende Schneidleistung, die Lage in der Hand, die intuitive Bedienung und die Einstellung der Schnittstufen.

Der Preis von knapp 60 Franken liegt im Mittelfeld. Die günstigsten, allerdings wenig überzeugenden Modelle kosten weniger als 30 Franken, die teuersten Geräte rund 90 und 110 Franken.

So wurde getestet

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Das Labor Ipi in Stuttgart führte für «Kassensturz» einen praktischen und einen technischen Test durch.

Praktischer Test

  • Zehn routinierte Bartträger testeten jeweils alle acht Produkte. Jeden Bartschneider prüften sie an ihrem Bart, der eine Woche lang nicht getrimmt worden war. Danach hielten sie ihre Beobachtungen detailliert in einem Tablet-Fragebogen fest.
  • Die Kriterien im Praxis-Test: Schneideleistung, Hautkomfort und Handhabung.

Technische Tests

  • Feuchtigkeitsbeständigkeit: Nach DIN-Norm wird die Feuchtigkeitsbeständigkeit bestimmt (fünfmaliges Tauchbad im Wasser für je eine Stunde, danach Prüfung der Feuchtigkeitsaufnahme und Funktionsfähigkeit). Die vier nicht waschbaren Produkte wurden im Klimaschrank bei konstant erhöhter Luftfeuchtigkeit getestet.
  • Falltest: In der Test-Trommel wird die Stabilität der Testprodukte nach einer, fünf und zehn Umdrehungen kontrolliert und dokumentiert.
  • Energieverbrauch und Akkulaufzeit: Die Angaben werden je Testprodukt gemessen bzw. errechnet.
  • Geräuschmessung: Der Schalldruckpegel der Geräte im Leerlauf wird in einem schallarmen Raum in 10 Zentimeter und 1 Meter Distanz in Dezibel gemessen.
  • Sicherheit: Die mechanische und thermale Sicherheit bestimmt und beurteilt der Laborexperte.

«Gute» nah beieinander

In geringen Abständen von nur je 0,1 Notenpunkten folgen vier «gute» Bartschneider, eine Parade der bekanntesten Markenprodukte: Philips (60 Franken), Panasonic (70 Franken), Braun (90 Franken), und vor Braun schiebt sich das Satrap-Modell (60 Franken).

Das Philips-Gerät hat als einziges Manko das Versagen im Falltest, beim Panasonic (und beim Satrap) überzeugte die Schneidleistung nicht in gleichem Mass wie beim Remington- und beim Philips-Modell. Braun funktionierte nach dem Feuchtigkeitstest nicht mehr und vergab damit eine noch bessere Note. Braun schreibt «Kassensturz», eigene Prüfungen würden die Dichtigkeit aller Bartschneider bestätigen. Der Test wurde vom Labor genau nach der gängigen Norm durchgeführt.

Der günstigste Trimmer schneidet bescheiden ab

Nicht überzeugt hat der günstigste der getesteten Bartschneider (Beard Trimmer der Mediamarkt-Eigenmarke Koenic, 24.95 Franken). Im praktischen Test fällt er durch, vor allem wegen der mangelhaften Schneideleistung im Praxistest. «Rasur dauert ziemlich lang, man braucht mehrere Züge», schreibt einer der Probanden. Weiter störte, dass der Schneider «klobig», «kopflastig» sei, der «Aufsatz fummelig», die «Klinge zum Konturen schneiden scharfkantig», zudem werde die Klinge heiss.

Im technischen Test ist er insgesamt gut, geht allerdings im «Falltest» kaputt. Mediamarkt schreibt «Kassensturz», das Produkt habe das «acceptable quality limit» eines unabhängigen Prüfinstituts erreicht. Das sagt nicht viel aus: Denn die magere Note ist vor allem der schlechten Schneidleistung geschuldet, was kein Kriterium in der angeführten Qualitätsprüfung gewesen sein dürfte.

Tipps:

  • Vergewissern Sie sich vor jeder Nutzung, dass die richtige Schnittlänge eingestellt ist.
  • Um eine konstante Rasierleistung zu gewährleisten, sollte das Gerät idealerweise am Netz-Kabel bleiben.
  • Vor dem genauen Schneiden von Konturen empfiehlt es sich, den ausgeschalteten Trimmer anzusetzen und die Bewegung mit Abstand zum Haar einmal zu üben.
  • Halten sie den Trimmer mit der Vorderseite nach oben gerichtet und schneiden Sie immer gegen die Wuchsrichtung.
  • Damit die Koteletten mit dem Bart verschmelzen, empfiehlt es sich, mit dem grossen Schneideaufsatz zu beginnen und von unten nach oben hin immer kleinere Aufsätze zu verwenden.
  • Und der Barbiere sagt: Die Haut unter dem Bart nicht vergessen! Die Haut unter dem Bart bekommt weniger Luft und Licht, je dichter er ist. Deshalb rät Barbiere Onur Keser, regelmässig nachzuschauen, wie es der Haut unter dem Bart geht, und sie zu pflegen.

Nur wenig besser sind die Modelle von Babyliss (E886E, mit Fr. 109.96 das teuerste Produkt im Test) und Intertronic (6 in 1, für Fr. 29.95 im Interdiscount), welche ebenfalls die Gesamtbewertung «genügend» erhalten. Beide sind in der Schneideleistung gerade eben «genügend». Intertronic fällt bei der Handhabung durch. In den technischen Tests schneiden beide mit «gut» ab.

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