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Legende: Audio Bauen für künftige Hitze-Perioden abspielen. Laufzeit 04:30 Minuten.
Aus Espresso vom 15.08.2019.
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Klimaänderung Bauen für künftige Hitze-Perioden

Grosse Fenster bringen Licht, im Sommer heizen sie Gebäude jedoch auf. Das sorgt in Zukunft für Probleme.

«Mit dem Klimawandel müssen wir auch unsere Art Häuser zu bauen überdenken», sagt Gianrico Settembrini, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Luzern. Settembrini hat eine Studie zum Thema Klimabau verfasst. Dabei zeigte sich, dass mit den steigenden Temperaturen im Sommer grosse, nach Süden ausgerichtete Fenster die Innenräume in einem Backofen verwandeln.

Bis jetzt hat man in der Schweiz Gebäude auf Minustemperaturen im Winter ausgerichtet. Die Südfenster sorgten in der kalten Jahreszeit dafür, dass die Zimmer durch Sonneneinstrahlung zusätzlich geheizt wurden.

Diese Bauweise hat in Zeiten von Hitzeperioden mit über 30 Grad ihre Tücken. Denn die Gebäude werden durch die Sonne noch zusätzlich aufgeheizt. In Zukunft muss im Winter aber weniger geheizt, dafür im Sommer mehr gekühlt werden.

Hitzetage nehmen in Zukunft zu

Die Studie der Hochschule Luzern zeigt, dass neben der Beschattung auch die Fenster ein wichtiger Faktor sind. Ab einer Innentemperatur von 26,5 Grad fühlen wir uns nicht mehr wohl. «Darum ist es wichtig, dass wir schon jetzt anfangen, die Häuser nach neusten Klimadaten zu bauen.» Denn wenn ein Gebäude klug geplant sei, könne vermieden werden, dass sich Hitzegeplagte eine Klimaanlage anschaffen würden.

Beschatten und Lüften statt Klimaanlagen

Auch das Bundesamt für Energie setzt sich dafür ein, dass Gebäude ohne Klimaanlage gekühlt werden. Es propagiert die passive Kühlung durch nächtliches Lüften, sagt Mediensprecherin Sabine Hirsbrunner: «Wichtig ist, dass Fenster und Rollläden tagsüber geschlossen sind. Querlüften in der Nacht kühlt die Räume auf angenehme Temperaturen.»

Heute gebe es bereits verschiedene Baustandards, welche klimagerechtes Bauen ermöglichen, so Hirsbrunner: Minergie habe ein eigenes Modul Sonnenschutz entwickelt und auch der Standard nachhaltiges Bauen (SNBS) ermögliche klimagerechte Bauten. «Uns ist es ein Anliegen, diese Standards bei Architekten oder Bauherrschaft bekannt zu machen, dass sie auf freiwilliger Basis umgesetzt werden.» Denn die Bauvorschriften liegen in der Hoheit der Kantone und der Bund kann diese nicht beeinflussen.

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