Bio-Fisch ist immer noch am besten

Beim Fischkauf kann sich der Konsument an den verschiedenen Labels orientieren. Aber welches ist das beste? Und wie weiss man im Restaurant, dass man nachhaltig produzierten Fisch serviert bekommt? Corina Gyssler vom WWF Schweiz gibt im «Espresso» Tipps.

Die «Kassensturz»-Spezialsendung hat gezeigt: Immer mehr Leute essen Zuchtfisch und 95 Prozent der verspeisten Fische kommen aus dem Ausland. Wie kann man da noch bedenkenlos geniessen? «Espresso» hat bei WWF Schweiz nachgefragt:

Was empfehlen Sie uns Konsumenten in Sachen Fisch-Verzehr?

Corina Gyssler: Wir empfehlen, Fisch nicht wöchentlich zu essen. Man sollte ihn als Delikatesse sehen, ihn geniessen und schätzen.

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Bildlegende: Im «Espresso»-Interview: Corina Gyssler vom WWF Schweiz. WWF

Weiter sollte man beim Wildfang auf das MSC-Label achten. Das garantiert, dass der Fisch aus bestandeserhaltender Fischerei stammt. Kommt der Fisch aus einer Zucht, sollte der Konsument Produkte mit Bio-Label berücksichtigen oder auf das ASC-Label achten. Dabei ist aber nicht zu vergessen, dass es sich bei ASC um einen Minimalstandard handelt. ASC ist besser als konventioneller Fisch, liegt aber unter dem Bio-Label.

Bio ist also immer noch die beste Variante?

Corina Gyssler: Ja, Bio ist zu bevorzugen. Ebenfalls gut sind Fische aus allen Schweizer Seen. Wer dennoch unsicher ist, kann sich im Fischratgeber informieren (siehe Linkbox).

Und wie steht es um die Fische aus Schweizer Zuchten?

Corina Gyssler: Auch hier muss man zwischen konventioneller Zucht und Bio-Zucht unterscheiden. Es gelten dieselben Regeln.

Wie kann ich mich im Restaurant absichern?

Corina Gyssler: Es gibt kaum einen Fisch, den man blindlings empfehlen kann. Es kommt stark auf die Herkunft an, auf die Fischart und auch auf die Fangart und die Produktionsmethode. Für den Konsumenten ist es daher extrem schwierig, den Überblick zu behalten. Der Gast sollte im Restaurant nachfragen und Bio-Fisch oder Fisch aus Schweizer Gewässern wählen.

In den Restaurants gibt es momentan noch keine Deklarationspflicht. Das soll sich nächstes Jahr ändern. Für Sie ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung?

Corina Gyssler: Wir begrüssen die Deklaration der Herkunft, denn sie schafft mehr Transparenz. Allerdings reicht das nicht, denn die Herkunft garantiert nicht, dass der Fisch nachhaltig produziert wurde.

Das heisst, der Konsument sollte nach wie vor nach Bioproduktion oder Labels fragen?

Corina Gyssler: Ja, wir ermuntern die Konsumenten, nachzufragen. Das signalisiert gegenüber den Gastronomen, dass ein Bedürfnis nach nachhaltiger Fischproduktion da ist.

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Fischzucht-Spezialsendung: Der Fisch auf unseren Tellern

34 min, aus Kassensturz vom 20.9.2016

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