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Besorgniserregende Giftstoffe in Yogamatten
Aus Kassensturz vom 18.02.2020.
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«Kassensturz»-Test Drei Yogamatten erhalten «gute» Noten

Von acht getesteten Yogamatten enthalten zwei bedenkliche Giftstoffe, eine versagt im Praxistest.

Ob Kerze, Katze oder Kranich: Die verschiedenen Yoga-Posen stärken Körper und Geist und lassen die Yoga-Schülerinnen und -Schüler beweglicher werden – physisch wie mental. «Die Faszination am Yoga ist, wirklich einen Moment für mich zu haben. Einen Moment im Alltag, in dem ich meinen Körper bewege, in dem ich atme, in dem ich ruhig werde», schwärmt Claire Dalloz. Sie unterrichtet seit Jahren die indische Bewegungs- und Meditationspraxis.

Die richtige Yogamatte ist entscheidend

Die Yogamatte hat dabei an Bedeutung gewonnen. «Nur eine gute Yogamatte unterstützt die Yogis in ihrer Praxis», erklärt Dalloz. «Die fliessenden Bewegungen erfordern eine Dämpfung für die Gelenke, und die Rutschfestigkeit ist für die sichere und richtige Ausführung der Übungen wichtig.»

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Für Yogalehrerin Claire Dalloz ist die Matte ein Hauptwerkzeug im Yoga
Aus Kassensturz vom 18.02.2020.
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Praxistest und Schadstoff-Analyse

«Kassensturz» hat acht Yogalehrerinnen oder langjährige Yogis ins Zürcher Air-Yoga-Studio aufgeboten, um die Matten zu testen. Unter der Anleitung von Yogalehrer-Ausbildnerin Dalloz testen sie mit verbundenen Augen die Matten – unter anderem auf ihre Standfestigkeit und ihre Dämpfung. Wichtigstes Kriterium ist die Rutschfestigkeit, der Grip.

Testtabelle

Testtabelle

Hier geht's zu den detaillierten Testresultaten.

Zusätzlich hat «Kassensturz» die Yogamatten ins deutsche Prüflabor SLG geschickt. Die aus Kautschuk und verschiedenen Kunststoffarten bestehenden Yogaunterlagen werden auf Giftstoffe hin untersucht. Hier findet das Labor denn tatsächlich auch unerwünschte und gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe.

Giftstoffe in zwei Matten

Zwei Matten – Manduka Eko Lite und Hello Sun – enthalten krebsauslösende Nitrosamine und Stoffe, aus denen Nitrosamine entstehen können. «Diese können aus den Matten ausgasen und über die Luft eingeatmet oder direkt über die Haut aufgenommen werden», erklärt Carsten Voigt, Leiter Chemische Analysen beim Prüflabor SLG.

So wurde getestet

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«Kassensturz» hat acht Yogamatten einem Praxis- und einem Labor-Test unterzogen. In einem Blindtest – im Wortsinn – haben acht Yogalehrerinnen und erfahrene Yogis verschiedene Yogaübungen auf den Matten durchgeführt. Die Matten wurden in unterschiedlicher Reihenfolge gleich lang getestet. Um eine aktive Praxis mit schwitzenden Händen zu simulieren, wurde die Matte gegen Ende jedes Testzyklus mit etwas Wasser bespritzt. Die Testkriterien waren: Rutschfestigkeit, Standfestigkeit, Dämpfung und Geruch.

Im spezialisierten Prüflabor wurden die Yogamatten zudem auf die Schwermetalle Blei und Cadmium, auf zinnorganische Verbindungen, Nitrosamine und gesundheitsschädliche Weichmacher hin untersucht.

Die beiden Matten erhalten deshalb eine «schlechte» Bewertung im «Kassensturz»-Test. Im Praxistest gehören sie aber zu den besten. Manduka schreibt, der Gehalt an schädlichen Stoffen liege im unbedenklichen Bereich. Hello Sun wird gemäss eigenen Angaben den Gehalt an Nitrosaminen verringern und die aktuellen Oekotex-Richtlinien erfüllen.

Auf den Hund gekommen

In den restlichen Matten hat das Prüflabor höchstens Spuren von Schadstoffen entdeckt. Im Praxistest schneidet die Matte von Schildkröt «ungenügend» ab. Mit 21.95 Franken ist sie zwar die günstigste Matte im Test, im Urteil der Jury bietet sie aber keine Dämpfung, keine Standfestigkeit und vor allem keinen Grip. Schildkröt schreibt «Kassensturz», die Matte sei im Zuge der Umstellung auf PVC-freie Produkte aus dem Sortiment genommen worden.

Im Mittelfeld mit einer genügenden Bewertung sind zwei Yogmatten von Schweizer Produzenten: Airex Calayna Prime (71.95 Franken) erhält Note 4,5, die teurere Beyondyoga-Matte (98 Franken) verpasst mit Note 4,7 knapp ein «gutes» Urteil. Beide sind bei feuchten Händen und Füssen zu wenig rutschfest. Beyondyoga zeichnet sich aber durch eine gute Dämpfung aus.

Die Top 3

Auf das Podest schaffen es die SportXX-Eigenmarke Perform (Note 4,8). Die gleiche Note gibt es für Powerzone, die Eigenmarke von Ochsner Sport. Mit 39.90 Franken ist sie der Preis-Leistungssieger. Am meisten überzeugt hat die Jury Jade Harmony – Note 5,2. Für nachhaltigkeitsbewusste Yoginis und Yogis gut zu wissen: Jade pflanzt für jede verkaufte Matte einen Baum.

Kassensturz, 18.02.2020, 21.05 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Isabell Kohler  (Isibiesi)
    Selbst ein Manduka-Fan, habe ich bei der Firma selbst nachgefragt und meine Vermutung wurde bestätigt, dass die Testbedingungen des SLG Tests wohl nichts mit den normalen Nutzungsbedingungen einer Yogamatte zu tun haben. Das heisst ich müsste meine Matte schon verbrennen, dass die schädlichen Nitrosamine frei werden würden. Wenn ich auf ihr normal Yoga betreibe würde rein gar nichts ausdampfen. Ich bitte um eine Stellungnahme hierzu vom Laborteam. Allein auch aus Fairness dem Herstellergegenüber
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    1. Antwort von Redaktion «Kassensturz» (SRF)
      @Isabell Kohler: Vielen Dank für die interessante Frage. Der Test ist absolut praxisnah. Denn bei Nitrosaminen geht es um die Aufnahme über die Haut, nicht über die Lunge, diese Stoffgruppe ist wasserlöslich. Nitrosamine sind krebsauslösend, im Tierversuch verursachen sie Schäden an Leber und Erbgut. Deshalb hat auch das Label Oekotex Grenzwerte für Kleider festgelegt.
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