Dreiste Masche von UPC: Rechnungsversand aufs Geratewohl

Immer noch belästigt UPC Nicht-Kunden mit grundlosen Rechnungen. Wer sich nicht wehrt, geht einen Vertrag ein. Wer sich wehren will, hängt lange in der Hotline fest. UPC findet die Kundenfang-Masche gerechtfertig, gelobt aber gegenüber «Kassensturz» Besserung, was die Wartezeiten betrifft.

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Dreiste Masche von UPC: Rechnungsversand aufs Geratewohl

6:27 min, aus Kassensturz vom 13.12.2016
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Seit Jahren schickt UPC – früher Cablecom – Rechnungen an Nicht-Kunden. Ignoriert man sie, folgt bald darauf eine Mahnung. Bezahlt man, schliesst man einen Vertrag und muss bezahlen – für nichts. Eine fiese Masche des Telekom-Konzerns, die auf der «Kassensturz»-Redaktion für Post von verärgerten Zuschauern sorgt.

Zum Beispiel von Fabienne Seitz und Rico Köppel. Das junge Paar hat sein Abonnement bei der Swisscom und war entsprechend überrascht, als es von UPC eine Rechnung erhielt. Fabienne Seitz schaute sich die Unterlagen genauer an und staunte über eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen: «Da stand, dass man sich für einen Jahresvertrag verpflichtet, wenn man die Rechnung bezahlt.» Das Paar wehrt sich. Nach einer Viertelstunde in der Hotline-Warteschlange hiess es dann schliesslich, die Rechnung müsse nicht bezahlt werden. «Das finde ich frech», ärgert sich Fabienne Seitz. «Zu UPC würde ich sicher nie wechseln.»

Fadenscheinige Ausrede von UPC

UPC will vor der Kamera nicht Stellung nehmen, schreibt aber, dass es sich in solchen Fällen um Wohnungen mit unplombiertem Anschluss handle. Und weiter: «In solchen Wohnungen muss UPC davon ausgehen, dass das Produkt genutzt wird.» Herr Köppel habe ein Schreiben erhalten, mit der Bitte, bei Gebrauch des Anschlusses die Gebühren zu bezahlen oder die UPC zu informieren, damit der Anschluss kostenlos deaktiviert werden könne.

Auch Claudio Lozza – ebenfalls Swisscom-Kunde – wird seit sieben Jahren von der Cablecom beziehungsweise von der UPC belästigt. Bereits nach der ersten Rechnung reklamierte er. Trotzdem lag einige Jahren später erneut eine Rechnung im Briefkasten: «Nachdem wir bei der Hotline endlich durchgekommen sind, hat man uns versprochen, den Anschluss zu plombieren.» Ein Monteur der damaligen UPC Cablecom kam vorbei und erledigte die Arbeit, der Empfang des Signals ist seither unmöglich. Doch wer denkt, der Fall hätte sich damit erledigt, der irrt. «Kürzlich bekamen wir wieder Post von UPC», erzählt Lozza. «382 Franken sollten wir bezahlen. Da wurde ich endgültig wütend!»

«Verrückt, was sich UPC da leistet!»

Wieder muss sich der Swisscom-Kunde mit der ungerechtfertigten Rechnung herumschlagen. Und das ist gar nicht so einfach: «Bei der UPC-Hotline gibt es kein Durchkommen. Es hiess, ich müsse zehn Minuten oder länger warten.» Verständlich, dass sich Lozza aufregt: «Wir haben überhaupt nichts mit UPC zu tun. Es kann doch nicht sein, dass ich mich darum kümmern muss, damit ich nicht betrieben werde.»

UPC schreibt «Kassensturz», man hätte in diesem Fall zwei Häuser miteinander verwechselt. «Ein Einzelfall.» Claudio Lozza kann das nicht glauben: «Schaut man im Internet, sieht man schnell, dass wir kein Einzelfall sind. Viele werden genau gleich belästigt. Verrückt, was sich UPC da leistet!»

Wartezeiten sollen gesenkt werden

Und was die langen Wartezeiten an der Hotline betrifft, rechtfertigt sich UPC: «Die Anzahl Anrufe in das Call Center von UPC ist im Vergleich zu den Vormonaten seit September 2016 um rund 40 Prozent angestiegen.» Grund dafür sei die grosse Nachfrage zu einem neuen Angebot. «Leider führte dieser Anstieg der Anrufe an die Hotline zu einer aktuell höheren durchschnittlichen Wartezeit von 4.75 Minuten pro Anruf.» UPC habe unterdessen 60 zusätzliche Mitarbeiter im Kundendienst eingestellt.»

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