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E-Bikes im Test: Grosses Sparpotenzial
Aus Kassensturz vom 25.04.2017.
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Kassensturz-Tests E-Bikes im Test: Grosses Sparpotenzial

Der Elektromotor hat auch die Mountainbikes erreicht. «Kassensturz» testet zwölf der beliebtesten Modelle draussen im Feld und drinnen im technischen Labor. Gute E-Bikes kosten viel – doch mit der richtigen Wahl lassen sich schnell 1000 Franken sparen.

Die Zeiten, in denen E-Bikes als Senioren-Gefährt belächelt wurden, sind definitiv vorbei. Design und Qualität der Elektro-Velos verbessern sich von Jahr zu Jahr. Sehr sportlich daher kommen E-Mountainbikes – geländegängige Velos mit Elektromotor. Diese verkaufen sich immer besser.

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Hier geht's zu den detaillierten Testresultaten.

«Mit einem solchen Bike kann ich Berge erklimmen, grosse Touren machen – und komme auch wieder nach Hause, weil der Motor mir die zusätzliche Kraft gibt», sagt der 60-jährige Walti Blätter. Er ist einer von neun Testfahrern, welche die motorisierten Bikes im Praxistest für «Kassensturz» und «Velojournal» auf Herz und Nieren prüfen. Die Gruppe ist gut durchmischt: Vom Hobbyfahrer über den geübten Mountainbiker, bis zum professionellen E-Bike-Instruktor.

Praxistest: Fahren auf verschiedenem Untergrund

Jeder Testfahrer prüft jedes Bike. Und zwar auf unterschiedlichem Terrain: Waldweg, Gelände mit groben Steinen, steile Rampen, Kiesbett und Treppenstufen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk einerseits auf der Motorunterstützung, sagt Testleiter Marius Graber vom «Velojournal»: «Wir prüfen, wie fein die Motoren auf den Fahrer reagieren. Ob sie beim Fahren helfen oder ob sie gar stören.» Zweitens bewerten die Testfahrer die Fahreigenschaften: Hat das Bike eine gute Federgabel und gute Bremsen, sind die Gänge fein abgestimmt, lässt es sich gut lenken? Kurz: Macht das Velo im Gelände Spass?

Ungenügende Noten für Modell mit Hinterrad-Motor

Im Test sind zwölf gängige Modelle bekannter Marken und aus Grossverteilern. Die meisten werden von Mittelmotoren unterstützt. Dabei liegt der Motor nahe beim Tretlager, mittlerweile der Standard bei E-Mountainbikes.

Einzig das Modell Diavelo E 950 i wird von einem Hinterradmotor angetrieben. Das günstigste Bike im Test (gekauft im Jumbo für 2290 Franken) fällt deutlich ab und erhält die ungenügende Gesamtnote 3,8.

«Die Motor-Sensorik ist zu wenig fein. Und die Ausstattung lässt das Bike zwar wie ein Mountainbike aussehen, im Gelände taugt es aber wenig», fasst Marius Graber die Testeindrücke zusammen.

Vertreiber Jumbo schreibt zum Ergebnis, das Diavelo sei ein Einstiegsmodell. Die Verkaufsmitarbeiter würden Kunden ganz klar darauf hinweisen. Die nächste Generation der E-Mountainbikes werde jedoch mit Motoren eines anderen Herstellers ausgestattet.

Service:

Enge Abstände bei den Bewertungen

Drei E-Mountainbikes von Grossverteilern erhalten die Note 4,7 und damit die Gesamtwertung «Genügend»: Das Ghost Kato 2 von SportXX, das Whistle B-Ware von Athleticum und das Stoke E-Blade von Ochsner Sport. Die übrigen E-Mountainbikes erreichen die Gesamtwertung «Gut». Auch sie liegen bei den Endnoten eng beieinander.

Klarer Preis-Leistungs-Sieger

Testsieger ist das Wheeler I-Rider HD mit Note 5,2. Es ist erhältlich im Fachhandel für knapp 3600 Franken. Es überzeugt in allen Kriterien und kommt bei den Testfahrern durchwegs gut an.

Knapp dahinter liegen das Haibike Xduro Hardnine 5.0, das Bergamont E-Roxter 6.0 und das Cube Reaction Hybrid HPA Pro 500. Alle erhalten die Gesamtnote 5,1. Das Cube hat einen Preis von knapp 2500 Franken und ist damit klarer Preis-Leistungs-Sieger.

Fahrweise und Vorlieben spielen eine Rolle

Aber auch die übrigen E-Bikes bleiben notenmässig den besten eng auf den Fersen. Es gilt: Jedes Bike bietet in einzelnen Teilbereichen Vor- und Nachteile. Ob ein Bike zusagt, kommt auch auf die Fahrweise an. So sind die sehr geübten Biker unter den Testern vom Specialized Levo mit Breitreifen äusserst angetan: «Die haben unglaublichen Griff im Gelände, das Fahrverhalten ist toll.» Etwas ungeübtere Fahrer bekunden aber genau damit Mühe: «Für normale ‹Alpwegfahrer› wie mich ist dieses Bike ziemlich schwierig zu fahren».

Schwachstelle Kette: Achtung Reissgefahr!

Während des Praxistests reisst gleich bei drei Bikes die Antriebskette. Dies sei eine Schwachstelle dieser Bikes, sagt Velo-Experte Marius Graber: «Die Kette ist beim Elektro-Mountainbike sehr stark beansprucht, weil nicht nur die Kraft des Fahrers, sondern auch jene des Motors dazukommt.» Gut, wenn man da weiss, wie man eine Kette vor Ort wieder zusammennieten kann.

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Grosse Unterschiede bei der Reichweite

Die technische Prüfung der Elektromotoren findet in der Berner Fachhochschule Biel BFH statt. Bei der Reichweite zeigen die E-Bikes grosse Differenzen, erklärt Professor Heinrich Schwarzenbach: «Wir haben als Referenz eine Steigung von drei Prozent genommen. Das entspricht der durchschnittlichen Steigung der Gotthard-Nordrampe. Ist der Fahrer 80 Kilogramm schwer und fährt mit maximaler Motor-Unterstützung, kommen die schwächsten Velos knapp bis Göschenen, die besten bis Andermatt.» Die kleinste Reichweite haben die Ingenieure beim Diavelo gemessen: 28 Kilometer. Am grössten war sie beim Bergamont E-Roxter mit 54 Kilometern. Fährt man in der Ebene, erhöhen sich die Reichweiten natürlich entsprechend, weil der Motor weniger beansprucht wird.

Auch bezüglich Motorkraft massen die Experten deutliche Unterschiede (Details in der Test-Tabelle). So schieben die stärksten Motoren den Fahrer mit der doppelten Kraft den Berg hinauf als die schwächsten Motoren. «Das merkt man eindeutig, es ist viel angenehmer, mit einem stark unterstützten Velo unterwegs zu sein», so Schwarzenbach.

Fazit: Es kommt nicht nur auf dem Motor an

Der Test zeigt: Ein starker Motor allein macht kein gutes E-Bike. Ebenso wichtig ist die Sensorik, also das möglichst feine Reagieren des Motors auf den Fahrer. Und natürlich die Ausstattung wie Reifen, Bremsen, Schaltung und Federgabel. Wer technisch anspruchsvoll und abseits der Strassen in schwierigem Gelände fahren möchte, achtet von Vorteil auf gute Komponenten. «Wer ‹nur› auf Forst- und Alpstrassen fahren will, sollte einem starken Motor den Vorzug geben», sagt Velo-Experte Marius Graber. Es empfiehlt sich also, mehrere Bikes zu testen.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Juerg Bruegger  (JuBru)
    Neben Elektromotor und Batterie sollte man auch darauf achten, wie rostanfällig das E-Bike selber ist, wobei eine diesbezügliche Garantie wohl kaum ein Händler geben wird. Nach 4 Monaten auf einem Campingplatz (400 m vom Meer entfernt) rosten trotz abgedeckten Fahrrädern einige Teile der beiden TOTEM E-Bikes Klappvelos. Vielleicht hätte ich preislich mehr investieren sollen!?
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  • Kommentar von Angelo Rizzi  (Angelo Rizzi)
    Der neue Akku sollte man die ersten 10 Male völlig entladen, ansonsten verkürzt sich die Lebensdauer noch mehr. Ich konnte den Kassensturz von gestern nicht sehen und weiss nicht, ob man dies thematisiert hat. Jedenfalls wäre es höchste Zeit, die Konsumenten auch dahingehend zu informieren. Auch wie diese Monster-Akkus entsorgt werden. Ich für meinen Teil werde mit meinem normalen MTB weiter strampeln, auch wenn mir dadurch der Aufstieg auf den Chasseral verwehrt bleibt.
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    1. Antwort von jean-claude albert heusser  (jeani)
      Wohne und bike im.Kanton Uri wo es fantastische Strcken von flach bis steil gibr und fahre ein MB Trek mit 29Zoll Rädern "ohne E-Motor, solange ich mit 69 noch "strampeln" vermag!
  • Kommentar von Angelo Rizzi  (Angelo Rizzi)
    Als Ü60 liebäugle ich immer wieder mit einem E-Bike. Nebst der Kette als Verschleiss gibt es noch einen ganz anderen, von dem der Verkäufer - sei es beim Fachhändler oder im Discount - von sich aus nie erzählt: und das ist der Akku. Schon nach 2-3 Jahren sind die Akkus, vor allem im Kurzstrecken-Gebrauch, so weit geschwächt, dass man einen neuen braucht. Kostenpunkt bis Fr. 1000.-. Im Sportxx Basel der Migros hat man mir dies bestätigt.
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