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Einweggeschirr auf den Kompost?: «Kompletter Unsinn»
Aus Espresso vom 26.06.2018.
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Schwer abbaubar Einweggeschirr auf den Kompost: «Kompletter Unsinn»

Teller aus Palmblättern oder Zuckerrohr sollen biologisch abbaubar sein. In der Theorie ja, in der Praxis aber sinnlos.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Einweggeschirr ist ökologischer Blödsinn, selbst wenn biologisch abbaubar draufsteht und die Teller aus Palmblätter sind. Marianne Stünzi ist stellvertretende Geschäftsleiterin von PUSCH, Praktischer Umweltschutz Schweiz: «Sogar wenn Mehrweggeschirr aus Plastik ist, ist das umweltschonender. Entscheidend ist, wie oft man es wiederverwenden kann.»

Anbieter suggerieren Kompostierbarkeit

Grün und umweltfreundlich geben sich Labels, welche Einweggeschirr aus Palmblättern, Zuckerrohr, Bambus oder Maisstärke herstellen und darauf verweisen, dass das Geschirr kompostierbar sei.

Marianne Stünzi freut sich nicht darüber, denn es sei eine Illusion, dass diese Materialien auf dem Haushaltkompost der Siedlung abgebaut würden. Dafür brauche es industrielle Kompostierwerke: «Und die haben gar keine Freude daran, denn es dauert ewig, bis diese Materialien abgebaut sind. Und so bringen die Werke ihren Kompost nicht los.»

Und die Umweltfachfrau ergänzt: Dieses Material reichere den Kompost überhaupt nicht an, deshalb sei es kompletter Unsinn. Dass aber den Konsumentinnen und Konsumenten mit der Kompostierbarkeit suggeriert werde, es sei eine umweltfreundliche Lösung, ärgert sie. Im Endeffekt bedeute es einfach mehr Abfall.

«Öko Test» in Deutschland testet Einweg-Geschirr

In einem Test des deutschen Konsumentenmagazins «Öko Test» sind verschiedene Materialien auf ihre Inhaltsstoffe getestet worden. Ausgerechnet bei sogenannt umweltfreundlichen Materialien wie Palmblätter und Laub zeigten sich Schimmelpilze und das Pestizid DDT unter dem Mikroskop. Abzug gab es in diesem Test auch für Bezeichnungen wie «kompostierbar», «biologisch abbaubar» oder «fair». Grund: Die Anbieter hätten diese Kriterien nicht belegen können.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Claude Nobs  (bernstein)
    Keine Ahnung wie man die Aussage "Mehrweggeschirr aus Plastik ist umweltschonender als Einweggeschirr aus Palmblättern & co" ernst nehmen kann. Gut möglich dass diese nicht Kompostierbar sind, aber sie sind 100% biologisch abbaubar. Und der Abbau dauert acuh keine 100 Jahre.
  • Kommentar von Marco Feusi  (mafeusi)
    Wir werden grundsätzlich von der Industrie angeschwindelt, es geht nur ums Geld verdienen, nach dem Motto "Umsatz ist Grundsatz".
  • Kommentar von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
    Es ist schlicht die menschliche Bequemlichkeit und überrissene Ansprüche, welche die ganzen Umweltprobleme und -verschmutzungen zur Folge haben. Wozu brauchen wir überhaupt Einweggeschirr??? Wenn wir zuhause oder im Restaurant essen, ist Porzellan oder Steingut vorhanden. Alles andere ist doch eigentlich sinnlos und etepetete. Plastikdosen wie z. B. Tupperware oder dergleichen ist lange verwendbar. Wenn Queen Elizabeth II ihr Müesli im Tupper aufbewahrt, fällt ihr auch kein Zacken aus der Krone.