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Grosse Unterschiede bei Zahnspangen-Versicherungen
Aus Kassensturz vom 05.05.2020.
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«Kassensturz»-Test Enorme Unterschiede bei Zahnspangen-Versicherungen

4300 Franken Unterschied: «Kassensturz» hat Prämien und Nutzen von Zahnzusatzversicherungen verglichen.

Den Makel schiefer Zähne wollen Eltern ihrem Nachwuchs meist ersparen. Doch kieferorthopädische Behandlungen gehen ins Geld. Erst recht mit mehreren Kindern. Weil die Krankenkassen-Grundversicherung nichts an eine Zahnspange zahlt, ist Eltern eine Zusatzversicherung zu empfehlen.

Kosten-Nutzen-Rechnung über 15 Jahre

«Am besten schliesst man sie spätestens vor dem vierten Geburtstag ab», sagt die Versicherungsexpertin Andrea Roth vom VZ Vermögenszentrum. «Dann verlangen die Kassen noch keine Röntgenbilder und stellen keine detaillierten Gesundheitsfragen zu den Zähnen.» Eltern können sich ganz vor Vorbehalten und Ausschlüssen schützen, wenn sie ihr Kind schon vor der Geburt anmelden.

Tabelle

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Hier geht's zum detaillierten Vergleich.

«Kassensturz» vergleicht die besten Zusatzversicherungen für Zahnkorrekturen von neun Anbietern. Voraussetzung ist, dass die Versicherungen einzeln abschliessbar und kündbar sind. Familienrabatte sind nicht berücksichtigt.

Realistische Kosten von 10'000 Franken

Das Szenario: Die Eltern des 4-jährigen Karli schliessen eine Zahnversicherung über 15 Jahre ab. Mit 9 braucht der Schlingel tatsächlich eine Spange. Die Behandlung dauert drei Jahre. Im ersten Jahr kostet sie 4000 Franken, im zweiten 2000 und im dritten Jahr 4000 Franken. Insgesamt: 10'000 Franken, (Weitere Informationen siehe Box «So wurde getestet».)

«Kassensturz» hat berechnet, wie viel Prämien Karlis Eltern über die Jahre zahlen und welchen Anteil der Zahnbehandlung sie selbst finanzieren müssen. Die Kassen übernehmen nämlich längst nicht alles. Sie decken nur zwischen 50 Prozent und 80 Prozent der Behandlung bis zu einem definierten Maximalbetrag pro Kalenderjahr.

Visana zahlt viel zu wenig

Am schlechtesten schneidet Visana mit dem Produkt «Zahnbehandlung» ab. Eltern müssen den Grossteil der Behandlung selbst finanzieren. Für Prämie und Behandlung zahlen sie 9316 Franken statt 10'000 Franken ohne Versicherung. Die Versicherung bringt ihnen eine Ersparnis von bescheidenen 684 Franken. Das lohnt sich nicht. Visana schreibt, das Produkt «Zahnbehandlung» sei eher auf Zahnpflege ausgelegt. Für Zahnkorrekturen gäbe es eine andere Lösung – die kann aber nicht einzeln abgeschlossen werden.

So wurde getestet

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«Kassensturz» hat von den grössten Schweizer Krankenversicherern ihre besten Zusatzversicherungen für Zahnkorrekturen verglichen. Die Krankenkassen durften selber bestimmen, welche Versicherung sie empfehlen möchten.

Voraussetzung war, dass die Versicherungen einzeln abschliessbar und kündbar sind. Familienrabatte sind nicht berücksichtigt. Das Szenario: Die Eltern des 4-jährigen Karli schliessen eine Zahnversicherung über 15 Jahre ab. Mit 9 braucht der Karli tatsächlich eine Spange. Die Behandlung dauert drei Jahre. Im ersten Jahr kostet sie 4000 Franken, im zweiten 2000 und im dritten Jahr 4000 Franken. Insgesamt: 10'000 Franken.

«Kassensturz» hat zuerst berechnet, wie hoch die Summe der Prämien über die 15 Jahre die Eltern von Karli ist und in einem zweiten Schritt den Anteil an den 10'000 Franken, den die Eltern selber bezahlen müssen.

Die Summe von Prämien und eigenen Auslagen im Vergleich zu den anfallenden Kosten von 10'000 Franken zeigen, ob sich eine Versicherung lohnt: Je tiefer die Summe, desto besser.

«Weniger empfehlenswert» sind die Produkte von Concordia, Groupe Mutuel und Atupri. Über 8000 Franken zahlen die Eltern an Prämien und Behandlung. Concordia und Atupri schreiben, ihre Versicherung würde noch viel anderes abdecken. Atupri weist auf Familienrabatte hin.

Helsana steuert am meisten bei

«Empfehlenswert» sind die Produkte Dental von Sanitas und Denta Plus von Assura. «Sehr empfehlenswert» sind Completa Top von Swica und Ambulant Myflex von CSS. Eltern sparen über 3000 Franken. Tatsächlich top ist Helsana mit ihrem Produkt «Top». Eltern zahlen für Prämie und Behandlung 4984 Franken. Das heisst: Sie sparen die Hälfte der Zahnspangen-Kosten von 10'000 Franken.

Wenn keine Spange nötig ist

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Ziemlich genau die Hälfte der Kinder in der Schweiz bekommen eine Spange. Für diese Hälfte zeigen die «Kassensturz»-Berechnungen, ob sich eine Versicherung lohnt und ob sie einen substanziellen Teil der enormen Kosten trägt.

Für die andere Hälfte, bei denen keine Kosten für Zahnkorrekturen anfallen, ist eine Versicherung mit möglichst geringen Prämien ideal. Erfreulich ist, dass die drei Krankenkassen, die im «Kassensturz»-Test am besten abschneiden, auch ohne Zahnkorrekturen eine gute Wahl sind. So können die Versicherten nicht viel falsch machen.

Die Reihenfolge ist aber umgekehrt: Die Prämien über 15 Jahre betragen bei der Swica 1390, bei der CSS 1670 und bei der Helsana 2484 Franken. Nur die Visana ist noch günstiger. Das ist aber nicht relevant, weil sie im Schadenfall extrem wenig bezahlt. Die Prämien der anderen Krankenkassen zum Vergleich: Sie belaufen sich auf 4100 bis 5900 Franken. (Alle Zahlen und Berechnungen siehe Tabelle.)

Zu ergänzen bleibt, dass die Prämienlast natürlich noch tiefer zu liegen kommt, wenn die Versicherung rasch gekündigt wird. Zeichnet sich ab, dass bei einem Kind keine Zahnkorrekturen nötig sind, kann man die Versicherung kündigen – und spart noch einmal Prämien ein.

Tausende Franken Differenz

Rund 5000 Franken bei Helsana, 9300 Franken bei Visana – Versicherte bei Visana bezahlen im realistischen Beispiel 4300 Franken mehr. Die enormen Unterschiede überraschen Versicherungsspezialistin Andrea Roth: «Der Vergleich zeigt, wie wichtig es ist, eine Gesamtrechnung über die Jahre aufzustellen. Denn so detailliert rechnet das kein Kundenberater vor dem Abschluss der Police aus.»

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Kassensturz, 05.05.2020, 21.05 Uhr

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