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«Espresso Aha!» «Espresso Aha!»: Kann man Wasser mehrmals aufkochen?

Der Wasserkocher wird am Morgen gefüllt und das Wasser dann über den Tag verteilt mehrmals aufgekocht. Tatsächlich wäre es schlauer, immer nur die gewünschte Menge aufzukochen, sagt der Trinkwasserexperte.

Legende: Audio «Espresso Aha!»: Soll man Wasser mehrmals aufkochen? abspielen.
4:26 min, aus Espresso vom 20.03.2017.

Aus dem Alltag von Teetrinkern ist er nicht wegzudenken, der Wasserkocher. Am Morgen aufgefüllt, liefert er über den Tag verteilt mehrere Tassen Tee. Aber ist es schlau, Wasser mehrmals im Wasserkocher aufzukochen?

Porträtfoto
Legende: Trinkwasserexperte Urs von Gunten. zvg

«Mit dem Wasser passiert grundsätzlich nichts, wenn Sie es mehrmals aufkochen», sagt Urs von Gunten, Trinkwasser-Experte bei der Eawag, dem Wasserforschungs-Institut der ETH. «Allenfalls fällt ein wenig Kalk aus, das passiert allerdings nur beim ersten Aufkochen.» Dennoch rät der Experte, das Wasser nicht mehrmals im Kocher aufzukochen.

Schadstoffe aus Kunststoff und Metall

Da Wasserkocher meist aus Metall und/oder Kunststoff bestehen, könnten allenfalls Schadstoffe ins Wasser gelangen. «Beim Kunststoff ist bekannt, dass sich der hormonaktive Stoff Bisphenol A herauslösen kann», erklärt Urs von Gunten. Bei Metall könnten sich Zink oder Kupfer lösen.

Tatsächlich fand die «Stiftung Warentest» im Jahr 2013 Bisphenol A in Wasser, welches mit Wasserkochern aufgekocht worden war. Die Mengen waren aber derart gering, dass laut der Stiftung «kein Risiko» bestand. Urs von Gunten meint aber, auch wenn die Stoffe nur in geringsten Mengen herausgelöst werden: «Die Belastung möchte man wohl möglichst tief halten.» Insofern also besser jeweils nur die gewünschte Menge Wasser aufkochen und für den nächsten Tee wieder frisches Wasser auffüllen.

Wasser stehen lassen – gesundheitlich unbedenklich

Und was gilt bei Kaffeemaschinen? In deren Wasserbehälter steht das Wasser je nach Kaffeekonsum gut und gerne ein, zwei Tage herum. Und herumstehendes Wasser wird schal, heisst es.

Das sei aber vor allem eine geschmackliche Angelegenheit, meint der Eawag-Experte: «Ab einer bestimmten Temperatur verflüchtigen sich beim Trinken gewisse Stoffe im Wasser und in der Nasenhöhle nehmen wir sehr viele dieser Stoffe war.» Vergleichbar sei das mit Wein, der ab einer bestimmten Temperatur ein anderes Bouquet habe.

Auf die Qualität des Kaffees habe das jedoch keine Auswirkung. Die Aromastoffe von Kaffee seien viel stärker als ein Geschmack, der allenfalls aus dem Trinkwasser komme. Und auch aus hygienischer Sicht sei Wasser, das einige Tage herumgestanden habe, unbedenklich.

«Espresso Aha!»

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