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Bei Kleidern ist die Herkunftsangabe keine Pflicht
Aus Espresso vom 02.08.2021.
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«Espresso Aha!» Gehört nicht immer ein «Made in…» auf Kleider?

Kleider sind nicht immer mit dem Produktionsstandort gekennzeichnet.

Ein E-Mail von einem Papa: Er habe seinem siebenjährigen Sohn erklären wollen, wo dessen Trainerhose hergestellt worden sei. Doch die Hose aus dem C&A sei leider nicht mit «Made in…» beschriftet. «Mich würde interessieren, ob das nicht immer draufstehen muss», schreibt der Vater dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

Freiwillige Angabe des Produktionsstandorts

Tatsächlich gibt es in der Schweiz keine Vorschrift, dass Kleider mit dem Produktionsstandort gekennzeichnet sein müssen. Zwar sind in der «Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung» gewisse Regeln für Textilien festgehalten. Doch geht es dort insbesondere um gesundheitliche Aspekte, wie etwa Giftstoffe, die über Textilien an die Haut abgegeben werden können.

Eine Vorschrift gibt es allerdings. Das Bundesgesetz über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben schreibt vor, was eigentlich selbstverständlich sein müsste: Wenn Herkunftsangaben gemacht werden, so müssen diese korrekt sein.

«Espresso Aha!»

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«Espresso Aha!»

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In Europa ist die Herkunftsangabe freiwillig

Die Angabe des Produktionsstandorts ist in der Schweiz also freiwillig – wie übrigens in vielen anderen Ländern auch. So kennt auch die EU bislang keine entsprechende Vorschrift, wobei dort über eine Kennzeichnungspflicht diskutiert wird.

Viele Länder kennen eine solche Pflicht bereits: Laut Ginetex, einer Arbeitsgemeinschaft der Textilindustrie, die sich mit Fragen der Textilkennzeichnung beschäftigt, ist die Herkunftsangabe etwa in den USA und Kanada vorgeschrieben, wie auch in den meisten afrikanischen, asiatischen und südamerikanischen Ländern oder auch in Russland.

Wir verzichten grundsätzlich auf eine Angabe der Herkunft.
Autor: C&A

Industrie handhabt Kennzeichnung unterschiedlich

Es ist also wenig überraschend, dass grosse Kleiderketten, die ihre Textilien weltweit verkaufen, diese auch entsprechend kennzeichnen. H&M etwa schreibt auf Anfrage, dass alle Kleidungsstücke mit dem Herkunftsland gekennzeichnet seien. Begründet wird dies – auch wenig überraschend – nicht mit der vielerorts geltenden Pflicht, sondern mit dem Einsatz für eine transparentere Modeindustrie. «Für uns bedeutet Transparenz zu wissen, wie, wo und von wem unsere Produkte hergestellt werden […] und diese Informationen öffentlich zu teilen.»

 Genau umgekehrt tönt es bei C&A, aus dessen Sortiment die eingangs erwähnte Trainerhose stammt. C&A gibt auf Anfrage an, grundsätzlich auf die Herkunftsangabe zu verzichten. Man sei nur in jenen europäischen Märkten tätig, in denen es aktuell keine Anforderung zur Angabe der Herkunftsländer gebe. Zudem könne die Angabe eines einzelnen Herkunftslandes «gerade bei komplexen Lieferketten und der Vielzahl von Komponenten eines Kleidungsstücks» irreführend sein.

Espresso, 02.08.21, 08:13 Uhr

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