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Bezahl-Terminals Schweiz-Zuschlag bei Kartenzahlung in Deutschland

Bei Zahlungen mit Schweizer Kredit- und Debitkarten an Terminals von Flatpay kann es bis zu vier Prozent Zuschlag geben.

Worum geht es? Eine Schweizer Touristin will in Berlin in einem Restaurant, einer Bar und einem Laden mit ihrer Kreditkarte bezahlen. Sobald sie die Zahlung auf dem Display bestätigen möchte, bemerkt sie: Der Betrag ist höher als auf der Rechnung oder dem Preisschild. Die Angestellten können ihr den Zuschlag nicht erklären. Der Kundin fällt auf, dass es immer bei Terminals des Anbieters Flatpay passiert.

Text auf dem Flatpay-Bezahlterminal: «Sie verwenden derzeit eine Nicht-EU-Karte, daher wird eine Zusatzgebühr erhoben.»
Legende: Beispiel aus einer Händlerinformation von Flatpay. Die Höhe des Zuschlags wird auf dem Display nicht separat ausgewiesen. Flatpay Kundeninformation (Screenshot)

 Was ist das für ein Zuschlag? Die Europäische Union verbietet spezielle Zuschläge auf Zahlungen mit Kredit- und Debitkarten aus der EU. Erlaubt sind aber Zuschläge auf Zahlungen mit Nicht-EU-Karten und Firmenkarten, also auch auf Schweizer Kredit- und Debitkarten. Der Zahlungsdienstleister Flatpay ermöglicht es seinen Kunden (Läden, Restaurants etc.), einen solchen Zuschlag auf seinen Bezahl-Terminals zu aktivieren. Damit sollen «die zusätzlichen Kosten für die Abwicklung dieser Zahlungen» gedeckt werden, heisst es auf der Webseite von Flatpay. Der Schweizer Touristin sagte der Flatpay-Kundendienst, der Zuschlag betrage 3,75 Prozent.

Was kritisiert die Schweizer Touristin? Sie kritisiert gegenüber gleich mehrere Punkte:

  1. Der Zuschlag sei intransparent: Er werde überraschend direkt auf den Kaufpreis geschlagen. Die Höhe werde nicht separat angezeigt.
  2. Die Information sei schlecht: In den Geschäften gab es laut der Kundin keine sichtbare Information dazu (Kleber, Anschlag). Das Personal konnte ihr den Zuschlag nicht erklären.
  3. Der Zuschlag sei mit fast vier Prozent happig: Hinzu komme, dass es immer vier Prozent seien, egal, ob man für fünf Euro oder für 5'000 Euro einkaufe.
  4. Es gebe keine nachvollziehbare Begründung: Die Frau glaubt nicht, dass die Kosten für Händler bei einer Schweizer Kredit- oder Debitkarte so viel höher sind als bei einer italienischen oder portugiesischen.

Was sagt der Zahlungsdienstleister Flatpay? «Espresso» hat Flatpay mehrmals schriftlich und telefonisch um eine Stellungnahme zu dieser Kritik geben. Diese ist bis Redaktionsschluss ausgeblieben. Es gab keine Erklärung zur Höhe des Zuschlags oder dazu, ob dieses Geld nur an den Händler oder auch an Flatpay geht. Der Schweizer Touristin sagte der Kundendienst, die Händler müssten einen Kleber mit Informationen zum Zuschlag anbringen. Und die Gebühr sei transparent, sie werde ja auf dem Display angezeigt.

So vermeiden Sie hohe Zuschläge bei Kartenzahlungen im Ausland

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  • Informieren Sie sich vor der Reise bei Ihrer Bank, der Kartenherausgeberin und in Reiseführern oder Blogs über mögliche Zuschläge im Reiseland.
  • Wenn Sie verschiedene Karten haben, vergleichen Sie die möglichen Zuschläge, um zu wissen, bei welchen Beträgen Sie mit welcher Karte am besten fahren.
  • Fragen Sie vor der Bezahlung mit der Kredit- und Debitkarte nach Zuschlägen, speziell auch auf Transaktionen mit Schweizer Karten.
  • Bezahlen Sie allenfalls bar, um Zuschläge auf Kartenzahlungen zu vermeiden.
  • Bezahlen Sie an Terminals in der Landeswährung, wenn das Gerät danach fragt. Der Umrechnungskurs in Schweizer Franken ist meistens schlecht (Extrakosten von fünf bis zehn Prozent).
  • Bargeldbezüge am Automaten sind gerade in der EU mit der Debitkarte meistens günstiger als mit der Kreditkarte, sagt das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland.

Was sagt der deutsche Konsumentenschutz? Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) bestätigt, dass ein solcher Zuschlag auf Zahlungen mit Schweizer Kredit- und Debitkarten rechtlich zulässig sei. Die Bedingung sei, dass es eine weitere kostenlose Bezahlmöglichkeit gebe, sagt Karolina Wojtal, Co-Leiterin der EVZ Deutschland: zum Beispiel mit Bargeld. Zudem müsse die Kundschaft vor dem Kauf über den Zuschlag informiert werden. Der Zuschlag dürfe ausserdem nicht höher sein als das, was dem Händler tatsächlich an Zusatzkosten entstehe.

«Espresso» ist an Ihrer Meinung interessiert

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Gibt es diesen Zuschlag auch in anderen EU-Ländern? Rechtlich ist ein Zuschlag auf Bezahlungen mit Nicht-EU-Karten und Firmenkarten in jedem EU-Land möglich. Flatpay ist auch in Dänemark, Finnland, Italien und Frankreich tätig. Ob auch andere Anbieter von Bezahl-Terminals ihren Händlern die Möglichkeit bieten, den Zuschlag zu aktivieren, ist uns nicht bekannt. SRF kennt bis jetzt nur Beispiele von Transaktionen an Flatpay-Terminals in Deutschland.

Radio SRF 1, Espresso, 27.4.2026, 08:10 Uhr

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