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Food Waste Denner: Schluss mit 50 Prozent Rabatt für Esswaren

Bisher gewährte Denner 50 Prozent Rabatt auf Lebensmittel, die bald ablaufen. Jetzt gibt's nur noch 30 Prozent – warum?

Bei einer Salatbowle entdeckte ein Kunde von Denner kürzlich einen 30-Prozent-Kleber. Es ist kurz vor Ladenschluss, das Ablaufdatum des abgepackten Salats ist noch am selben Tag. «Solche Esswaren gab es bis jetzt immer zum halben Preis», wundert sich der Frühpensionär gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». «Will Denner sparen oder nützt das besser gegen Food Waste?»

Bisher galt bei Denner: Ein Sandwich zum Beispiel wurde ab zwei Tagen vor Ablaufdatum auf 25 Prozent reduziert, drei Stunden vor Ladenschluss gar auf 50 Prozent. Doch damit ist jetzt Schluss, bestätigt Denner-Mediensprecher Thomas Kaderli. «Neu gewähren wir immer zwei Tage vorher einen Rabatt von 30 Prozent. Der gilt bis zum Ladenschluss am letzten Tag der Haltbarkeit.» Doch warum ändert Denner seine Preispolitik?

Food Waste eindämmen

Der Discounter nennt mehrere Gründe. Erfahrungswerte würden zeigen, dass Produkte zum halben Preis nicht immer Abnehmerinnen und Abnehmer fanden. «Viele Konsumentinnen und Konsumenten zögern, Frischprodukte am letzten Verkaufstag zu kaufen, selbst mit hohen Rabatten», sagt Mediensprecher Kaderli. Kundinnen und Kunden seien bei Hackfleisch oder Geflügel, aber auch bei Fertigprodukten wie Sandwiches oder Salatbowls zurückhaltend.

Es werde eher zugegriffen bei Produkten, die schon vor dem letzten Verkaufstag deutlich im Preis reduziert würden, so Thomas Kaderli. «Dann hat das Fleisch vielleicht noch eine bessere Farbe oder der Salat wirkt frischer.» Daher habe man sich für diesen dauerhaft 30 Prozent Rabatt während zwei Tagen vor Ablaufdatum entschieden.

Mindesthaltbarkeitsdatum vs. Verbrauchdatum

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Gemäss Bundesamt für Umwelt entsteht mengenmässig am meisten Food Waste in der Verarbeitung von Lebensmitteln. Bei uns zuhause ist die Umweltbelastung jedoch grösser, weil hier weggeworfenes Essen am Ende der Wertschöpfungskette mehr Ressourcen verbraucht hat.

Eine Massnahme, um Food Waste zuhause zu verkleinern, ist der Wechsel von «zu verbrauchen bis» auf ein «Mindestenshaltbarkeitsdatum» (MHD). Denner hat dies bei ein paar Eigenmarken bereits eingeführt, beispielsweise bei Joghurt oder Margarine: Wenn ein Produkt mit MHD richtig gelagert wird, kann es auch danach noch konsumiert werden. Wichtig ist, es mit den Sinnen zu prüfen: mit den Augen die Farbe, mit der Nase den Geruch und/oder mit dem Mund den Geschmack.

Bei leichten Veränderungen ist das Produkt nicht mehr ganz frisch, aber kann nach wie vor gegessen werden. Bei starken Veränderungen sollte darauf verzichtet werden.

Produkte mit einem Verbrauchsdatum sollten nach dem Ablauf nicht mehr konsumiert werden. Bis zum aufgedruckten Datum können sie aber eingefroren und so ihre Lebensdauer um 90 tage verlängert werden.

So gesehen könnte die neue Massnahme helfen, damit weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Ob Konsumentinnen und Konsumenten dafür mehr oder weniger bezahlen als bisher, ist schwer abzuschätzen.

Neue Regel einfacher und klar

Ein weiterer Grund für die neue Rabattierung seien interne Abläufe: «Für die Mitarbeitenden ist es einfacher, weil sie den Prozess nicht zwei Mal machen müssen», sagt Thomas Kaderli von Denner. So spare man Zeit, um etwa frisches Gemüse und Früchte besser kontrollieren zu können – und auch, um Food Waste zu vermeiden: Findet man zum Beispiel eine faulige Aprikose und sortiert diese rechtzeitig aus, greift sie in der Kiste nicht andere Früchte an.

Schliesslich bringe die neue Regelung mehr Transparenz für Kundinnen und Kunden: «Der Prozess ist klarer und man weiss genau, dass zwei Tage vorher reduziert wird.» Der Zeitpunkt der Reduktion oblag bisher dem Ermessensspielraum der Mitarbeitenden. Neu sind die 30 Prozent während zwei Tagen für alle verbindlich.

Wie reduzieren Coop und Migros Lebensmittel?

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Auch Coop reduziert frische Lebensmittel kurz vor Ablaufdatum nicht mehr auf 50 Prozent: Seit Januar werden Esswaren auf 20 und dann auf 40 Prozent reduziert.

Zu welchem Zeitpunkt genau die Ware reduziert wird, sei je nach Standort unterschiedlich. Ob mit der neuen Regelung mehr oder weniger Essen gerettet werde, konnte Coop nicht sagen.

Bei Migros sind es nach wie vor zuerst 25 Prozent und dann bis zu 50 Prozent auf Lebensmittel, die ablaufen. Jede Filiale würde situativ entscheiden, wann und was heruntergeschrieben würde.

Radio SRF 1, Espresso, 6.7.2026, 8:10 Uhr

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