Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Nach IT-Fiasko beim Bund Noch immer müssen Arbeitslose auf ihr Geld warten

Die IT-Störungen beim Bund anfangs Jahr merken Betroffene bis heute: Vor allem bei den Neuanmeldungen seien die Arbeitslosenkassen noch im Rückstand, heisst es beim Bund auf Nachfrage von SRF. Bis zu einer Normalisierung könne es noch mehrere Wochen dauern.

Das Problem: Zahlreiche Arbeitslose bekommen die Folgen der IT-Störungen beim Bund im Januar und Februar auch jetzt noch zu spüren. Die Ursache heisst «Asal 2.0», das neue IT-System für die Auszahlung der Arbeitslosengelder. Bei der Übertragung der Arbeitslosen-Daten ins neue System kam es zu massiven technischen Problemen. Das System war zeitweise blockiert. Folge: Ein Pendenzen-Rückstau bei den Arbeitslosenkassen. Und tausende Arbeitslose haben ihr Geld teils deutlich verspätet erhalten.

Das sagen Betroffene: Seit Anfang Jahr komme das Arbeitslosengeld unregelmässig; diese Situation sorge bei ihr für einen permanenten Stress, erzählt eine 35-jährige, arbeitslose Online-Managerin aus Bern. Sie wartet immer noch auf den Betrag vom März (Stand: 7.4.26). «Ich habe gerade mal noch 50 Franken übrig. Und meine Rechnungen sind noch nicht bezahlt.» Auch ein 62-jähriger, arbeitsloser IT-Projektleiter und Familienvater aus dem Kanton Freiburg findet das höchst mühsam: «Die entwickeln ein System, das nicht funktioniert, und wir Betroffenen müssen das ausbaden.» Beide Betroffenen fühlen sich von den Behören überdies ungenügend informiert.

«Espresso» ist an Ihrer Meinung interessiert

Box aufklappen Box zuklappen

So reagiert das Seco: Beim verantwortlichen Staatssekretariat für Wirtschaft heisst es auf Anfrage, das neue IT-System laufe inzwischen stabil. Und: «Im Allgemeinen tätigen die Arbeitslosekassen die erforderlichen Auszahlungen im Rahmen der gesetzlichen Fristen», schreibt das Seco. Gemäss Gesetz sind Auszahlungen noch bis Ende des jeweiligen Folgemonats möglich. Dies betrifft die bereits gemeldeten Arbeitslosen. Doch es läuft noch nicht alles rund: Bei den Neuanmeldungen, die aufwändiger zu bearbeiten sind, gebe es derzeit noch Rückstände: «Die Normalisierung bei den Auszahlungen dauert voraussichtlich noch mehrere Wochen an.» Man arbeite mit Hochdruck daran, die Rückstände abzubauen, schreibt zum Beispiel das Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern auf Anfrage von SRF.

Das können Betroffene tun: Arbeitslose Personen in einer finanziellen Notlage haben die Möglichkeit, bei der zuständigen Arbeitslosenkasse einen finanziellen Vorschuss zu beantragen, heisst es beim Seco. Die entsprechenden Stellen in den Kantonen seien auch der beste Ort für individuelle Auskünfte. Seitens Seco informiere man die Versicherten auf der Seite arbeit.swiss laufend über das neue Auszahlungssystem für die Arbeitslosenunterstützung und beantworte häufig gestellte Fragen wie etwa zu Verzögerungen oder Bearbeitungszeiten.

Espresso, 8.4.2026, 8:10 Uhr

Meistgelesene Artikel