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Rätselhafter Fall Auf Ricardo wider Willen ein 40'000-Franken-Auto gekauft

Ein Ricardo-Kunde fällt aus allen Wolken: Für 40'000 Franken soll er einen SUV gekauft haben – und der Händler bockt.

Das ist passiert: Ein Mann aus St. Gallen fällt aus allen Wolken, als ihm Ricardo mitteilt, er habe soeben einen Neuwagen erstanden. Wert: 40'000 Franken. Über die Funktion «Sofort kaufen». «Ein Irrtum – ich brauche kein neues Auto und habe auch nicht bewusst die Ricardo-App geöffnet und nach einem Auto Ausschau gehalten», sagt der Ricardo-Kunde im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Überdies würde er ja nie ohne Besichtigung und Probefahrt ein neues Auto kaufen.

Die Vermutung des Betroffenen: Liegt hier etwa eine neue Betrugsmasche vor? Eher nicht, glaubt der Mann. Er habe ein starkes Passwort gewählt und die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert. Er vermutet eher, dass er aus Versehen mit dem Daumen auf den «Sofort kaufen»-Button geraten ist, als er Apps schnell schliessen und den Terminkalender öffnen wollte. Doch sicher kann er das nicht sagen.

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So reagiert der Autohändler: Der Ricardo-Kunde meldet sich umgehend bei der Firma Global Car Trading mit Sitz im Kanton Schwyz. Er will den ungewollten Kauf stornieren. Der Händler ist einverstanden, aber nur gegen eine «Unkostenpauschale» von 1000 Franken. Ansonsten bestehe er auf dem Kauf und der Bezahlung von 40'000 Franken. Dazu erwähnt er im entsprechenden Mail: «Wir haben dies täglich.» Dem St. Galler scheint die Gebühr viel zu hoch. Es liege ja ein Irrtum vor.

Schwacher Rechtsschutz: Als der Händler nicht darauf eingeht, schaltet der St. Galler seine Rechtsschutzversicherung ein. Diese kommt jedoch zum Schluss, dass er die 1000 Franken bezahlen müsse. Die Versicherung zahlt ihm darauf 600 zurück. Doch beim Betroffenen bleibt ein schaler Nachgeschmack: «Der Händler steht nun als Gewinner da und wird das in jedem Fall wieder so machen.»

Händler schweigt gegenüber SRF: Die Global Car Trading will partout nichts dazu beitragen, um diesen rätselhaften Fall zu klären. Keine Auskunft, trotz mehrfacher Kontaktversuche per Mail oder Telefon. Ricardo bietet an, sich die Umstände des Falles genauer anzuschauen. Dazu hätte es aber eine Vollmacht des Händlers gebraucht. Auch die kommt nicht. Transparenz geht anders, das Verhalten der Firma scheint fragwürdig. Umso mehr als sie fast alle Angebote von der Ricardo-Seite entfernt, nachdem sich «Espresso» in den Fall eingeschaltet hat.

Versehentliche Fehlkäufe werden uns sehr selten gemeldet.
Autor: Mojca Fuks Mediensprecherin Ricardo

Das sagt Ricardo: Hat etwa Ricardo ein Problem mit der «Sofort kaufen»-Funktion? Der Autohändler behauptet ja, das passiere ihm täglich. Mediensprecherin Mojca Fuks kann dies nicht nachvollziehen: «Versehentliche Fehlkäufe werden uns sehr selten gemeldet.» Sie betont auch, dass für einen Sofortkauf immer eine zweite Bestätigung nötig sei. Einmal auf den Button zu kommen, ob aus Versehen oder nicht, das genüge nicht, um einen Kauf auszulösen. Allgemein gelte auf Ricardo: Wenn jemand einen Artikel sofort kauft oder in einer Auktion erfolgreich mitbietet, dann sei der Vertrag grundsätzlich gültig.

Was tun bei einem Fehlkauf? Unbedingt umgehend Kontakt mit der Verkäuferin oder dem Verkäufer aufnehmen, empfiehlt die Ricardo-Sprecherin. «In den allermeisten Fällen findet sich eine gute Lösung.» Stornogebühren, vor allem so hohe wie im vorliegenden Fall seien eher selten. Dazu kommt: Im Inserat, das SRF vorliegt, wurden die Gebühren nicht deklariert. Und: Wenn sich Käufer und Verkäuferin einig werden und ein Kauf storniert wird, muss der Verkäufer laut Ricardo der Online-Plattform keine Provision bezahlen.

Radio SRF 1, Espresso, 24.6.26, 8.10 Uhr

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