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Zunehmender Ärger Betrüger kapern vermehrt Ricardo-Konten

Je länger, je mehr übernehmen Betrüger die Accounts von Ricardo-Kundinnen und -Kunden. Die Meldungen häuften sich, heisst es bei Ricardo. Sie lägen aber immer noch im Promillebereich. Man arbeite unentwegt daran, betrügerische Aktivitäten schneller zu erkennen.

Ein Ricardo-Kunde bietet auf der Plattform zwei noch funktionstüchtige Smartphones zum Verkauf an. Und innerhalb von nur 24 Stunden werden vermeintlich beide verkauft. Allerdings: Als sich der Verkäufer bei der Käuferin und dem Käufer meldet, wissen beide von nichts. «Beide waren überrascht und meinten, sie hätten auf Ricardo kein Handy gekauft», erzählt der Verkäufer im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

Was ist los bei Ricardo?
Autor: Ricardo-Kunde

Kunde zweifelt an der Sicherheit von Ricardo

In beiden Fällen waren die Ricardo-Accounts der Käufer gehackt worden. Betrüger hatten sich also Zugang zu deren Accounts verschafft und sind damit auf Einkaufstour gegangen. Unter anderem haben sie eben auch die beiden Smartphones gekauft.

Dass ihm das zweimal in so kurzer Zeit passiert, findet der Verkäufer höchst seltsam: «Was ist da los bei Ricardo?», fragt er sich. «Das muss ein Sicherheitsproblem sein.»

Ricardo: «Wir stellen eine Zunahme fest»

Ein Sicherheitsproblem gebe es nicht, betont Ricardo-Mediensprecherin Mojca Fuks auf Anfrage. Und es würden auch keine Daten via Ricardo verloren gehen. Allerdings: Man kenne die Masche – und die Fälle würden seit Anfang Jahr gehäuft auftreten: «Wir stellen eine Zunahme von etwa 20 Prozent fest.»

Man bewege sich aber weiterhin im Promillebereich. Es gebe jeden Monat mehr als eine halbe Million Transaktionen auf Ricardo – «und im Februar beispielsweise wurden uns ein paar Hundert solche Betrugsfälle gemeldet», so Fuks.

So funktioniert die Betrugsmasche

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Zunächst verschaffen sich die Betrüger Zugriff auf einen E-Mail-Account – beispielsweise GMX oder Gmail. An die Zugangsdaten gelangen sie via Phishing oder über geleakte Daten.

Auf die Übernahme des E-Mail-Accounts folgt das Kapern des Ricardo-Kontos: Dank der E-Mail-Adresse, mit der man sich bei Ricardo anmelden kann, können die Betrüger das Passwort zurücksetzen und dann mit dem übernommenen Account auf Einkaufstour gehen.

Ziel sind die Verkäufer: Bei diesen machen die vermeintlichen Käufer Druck, dass es schnell gehen müsse. Sie senden zum Beispiel per Mail, SMS oder Whatsapp einen Link, über den die Verkäufer angeblich an ihr Geld kommen sollen. In Wahrheit verraten die Verkäufer dort ihre Kreditkartendaten oder Twint-Zugangsdaten, oder sie lösen direkt eine Zahlung an die Betrüger aus, anstatt Geld zu erhalten.

Hartnäckige Betrüger geben nicht auf

Eine eindeutige Erklärung dafür, weshalb dieser Betrug via Käufer zunimmt, hat Ricardo nicht. Möglich sei, dass früher häufig aufgetretene Betrugsmaschen minimiert werden konnten. Es sei letztlich ein Katz-und-Mausspiel, sagt Mediensprecherin Mojca Fuks: «Betrüger suchen sich immer neue perfide Methoden, um an ihr Ziel zu kommen.»

Die Swiss Marketplace Group, zu der neben Ricardo auch Tutti.ch und Anibis.ch gehören, investiere jährlich Millionenbeträge in die Sicherheit und arbeite unentwegt daran, betrügerische Aktivitäten auf ihren Plattformen schneller zu erkennen.

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So schützen Sie sich

Als Verkäufer auf Ricardo sollten bei Ihnen immer die Alarmglocken läuten, wenn eine vermeintliche Käuferin Druck macht, es müsse schnell gehen. Und brechen Sie sofort den Kontakt ab, wenn die angeblichen Käufer Ihnen einen Link per Whatsapp, SMS oder E-Mail zusenden, um das Geld zu erhalten. Als Verkäufer auf Ricardo müssen Sie den Käufern keine Kreditkartendaten oder Ähnliches angeben, um ihr Geld zu erhalten. Melden Sie solche Vorfälle der Plattform.

Radio SRF 1, Espresso, 26.03.2026, 08:10 Uhr

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