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Replay-Werbung bei SRF Werbung beim Vorspulen – «Das macht mich richtig hässig!»

Auch SRF zeigt nun Replay-Werbung. Das gefällt nicht allen im Publikum. Die SRG begründet, Werbeeinnahmen seien wichtig.

Die einen sind lediglich «irritiert», andere «richtig hässig»: Seit Kurzem setzt die SRG in ihren Fernsehprogrammen eine Branchenlösung in Sachen Replay-Werbung um. Das heisst: Wer beispielsweise den Anfang einer Sendung verpasst hat und zurückspult, muss zuerst einige Werbespots anschauen, bevor die Sendung startet. Auch wenn man das Programm mittels Pausentaste anhält, wird eine Art Werbeinserat auf dem Bildschirm angezeigt.

Bitte stellen Sie diese blöde Werbung wieder ab.
Autor: SRF-Zuschauer

Nicht alle im Publikum haben Freude an dieser Neuerung: Sowohl beim Publikumsservice von SRF als auch beim Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 haben sich verärgerte Zuschauerinnen und Zuschauer gemeldet. Die SRG spricht von täglich einer bis vier Anfragen dazu.

Vor allem die «Pausenwerbung» nervt

Ein Punkt scheint dabei besonders zu stören: die Werbung, die beim Drücken des Pausenknopfs angezeigt wird. So könne man beispielsweise eingeblendete Grafiken nicht mehr in Ruhe studieren. «Bitte stellen Sie diese blöde Werbung wieder ab», verlangt etwa ein Zuschauer aus dem Kanton Bern.

Ein weiterer Zuschauer schreibt, er habe eine Sehschwäche und benötige deshalb zum Teil mehr Zeit, gewisse Inhalte zu erfassen. Werde nun während dem Pausieren Werbung angezeigt, die das Standbild überdecke, verliere die Pausenfunktion für ihn ihren Zweck.

Eine Branchenvereinbarung

Schon im Jahr 2022 haben verschiedene private Sendergruppen Replay-Werbung eingeführt. So etwa die Sender von CH Media oder RTL Deutschland. Die Branche will damit die rückläufigen Werbeeinnahmen im linearen Fernsehen zumindest teilweise kompensieren.

Nun beteiligt sich auch die SRG an dieser Branchenlösung, wie sie im August 2025 ankündigte. Es sei eine möglichst nutzerfreundliche Umsetzung angestrebt worden, hiess es damals.

SRG verweist auf notwendige Werbeeinnahmen

Gegenüber «Espresso» sagt SRG-Mediensprecherin Gianna Blum, man verstehe, «dass Werbung als störend empfunden werden kann». Die SRG werde aber sowohl durch die Radio- und Fernsehabgabe als auch durch Werbeeinnahmen finanziert. Diese seien aber immer stärker unter Druck, weil zunehmend zeitversetztes Fernsehen geschaut werde. Zudem seien auch die Einnahmen aus den Gebühren rückläufig.

Rückmeldungen des Publikums sind wichtig.
Autor: Gianna Blum Mediensprecherin SRG

An der Branchenlösung beteilige man sich, um diese rückläufigen Einnahmen «möglichst ohne Auswirkungen auf unser Angebot zu kompensieren». Die SRG sammle aber im Moment Erfahrungen mit der Umsetzung von Replay-Werbung. «Deshalb sind Rückmeldungen des Publikums wichtig», so Sprecherin Blum. Ob und in welcher Form daraus Anpassungen entstehen, könne man noch nicht sagen: «Dies müsste wiederum im Rahmen der Branchenvereinbarung umgesetzt werden.»

SRG-Plattformen bleiben werbefrei

Immerhin verspricht die SRG, dass ihre Plattformen – beispielsweise Play SRF oder Play Suisse – frei von Werbung bleiben. Dort könne man auch in Zukunft pausieren, vor- und zurückspulen, ohne Werbung schauen zu müssen.

Eine weitere Möglichkeit, Replay-Werbung zu umgehen: Die Anbieter von digitalem Fernsehen, also beispielsweise Salt, Sunrise oder Swisscom, bieten entsprechende Optionen an. Diese kosten um die zehn Franken monatlich, dafür wird keine Werbung gezeigt. Ein Teil des Betrags fliesst zurück an die TV-Sender – sozusagen als Entschädigung für die ausgefallene Werbung.

Radio SRF 1, Espresso, 7.7.2026, 8:10 Uhr; wilh

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