Wieso ist Computerzubehör nicht sicher? Während unsere Computer dank Virenschutz und regelmässigen Updates relativ gut gegen Cyberangriffe geschützt sind, gehen Geräte wie Tastaturen oder Headsets häufig vergessen. Dabei werden heikle Informationen genau über diese Geräte übertragen.
Was hat das NTC konkret gefunden? Das Nationale Testinstitut für Cybersicherheit NTC hat periphere Geräte (Mäuse, Tastaturen, Headsets, Webcams, Docking-Stationen und Konferenzsysteme) untersucht und in den 30 getesteten Geräten 60 Schwachstellen gefunden, die Angreifern Zugang zu den Geräten verschaffen könnten. Ein Teil dieser Schwachstelle stuft das NTC als «schwerwiegend» oder sogar «kritisch» ein. Die meisten gefundenen Schwachstellen wurden inzwischen zwar von den Herstellern behoben, allerdings zeigt der Test, wie verwundbar diese Geräte sind und dass IT-Sicherheitsabteilungen ihnen häufig zu wenig Beachtung schenken.
Was soll ich tun? Das Risiko für Privatpersonen, via die eigene Computermaus ausspioniert zu werden, ist eher gering. Denn die Angriffe setzen häufig eine physische Nähe voraus oder sind recht aufwändig – eine Phishing-E-Mail ist für den durchschnittlichen Cyberkriminellen wohl die effizientere Variante. Die Ausnahme sind Personen, die ein erhöhtes Risiko haben, gezielt ausspioniert zu werden – Menschenrechtsaktivistinnen etwa oder Investigativjournalisten, die von einem autoritären Regime verfolgt werden. Diese Personen können sich schützen, indem sie auf kabellose Geräte verzichten und auf neue, qualitativ hochwertige Geräte von bekannten Herstellern setzen. Ausserdem gilt auch hier, wie bei allen vernetzten Geräten: Unbedingt das Standardpasswort ändern und regelmässig Updates installieren.
Was müssen Unternehmen tun? Das NTC rät Firmen, peripheren Geräten mehr Aufmerksamkeit zu schenken. IT-Abteilungen sollten für sie einen ähnlichen Prozess haben wie für Laptops oder Software: Sie sollten die Lieferkette überprüfen, regelmässige Updates liefern, alte Geräte aus dem Umlauf nehmen und die Mitarbeitenden für die Risiken sensibilisieren.