Sie rufen uns an und geben sich als Mitarbeitende unserer Bank oder einer Behörde aus – beispielsweise von der Polizei. Dann folgt ein Schauermärchen: Auf dem Bankkonto habe es verdächtige Abbuchungen gegeben oder es drohe nächstens ein Einbruch daheim.
Hinter solchen Anrufen stecken Kriminelle, die uns in der Regel um unser Geld bringen wollen. Und häufig täuschen die Betrügerinnen und Betrüger Schweizer Nummern vor, rufen aber tatsächlich aus dem Ausland an. Spoofing nennt man das, wenn Kriminelle ihre eigene Telefonnummer verschleiern und stattdessen eine andere Nummer – eben beispielsweise die Nummer unserer Bank – anzeigen.
Anrufe müssen gekennzeichnet sein
Die Betrugsmasche ist nicht neu, aber sie kommt sehr häufig vor. Wöchentlich werden dem Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) hunderte Betrugsfälle gemeldet – oft beginnen diese mit einem Spoofing-Anruf.
Um Konsumentinnen und Konsumenten besser zu schützen, gelten seit Anfang Jahr strengere Regeln für Telekomanbieter: Sie müssen Anrufe aus dem Ausland, die eine Schweizer Nummer vortäuschen, kennzeichnen. Beispielsweise so, dass es uns auf dem Display den Anruf als «unbekannt» oder «anonym» anzeigt.
Strengere Regeln neu auch für gefälschte Handynummern
Seit Januar 2026 gilt diese Kennzeichnungspflicht für vorgetäuschte Schweizer Festnetznummern. Ab dem 1. Juli müssen die Anbieter auch gefälschte Handynummern kennzeichnen (also etwa mit der Vorwahl 079). Salt, Sunrise und Swisscom bestätigen auf Anfrage, die Vorgaben entsprechend auch für Mobilnummern umzusetzen.
Wichtig dabei: Die Anbieter geben sich jeweils untereinander weiter, wenn es sich um verdächtige Anrufe handelt. Wird also beispielsweise mit einer allenfalls gespooften Swisscom-Nummer eine Sunrise-Kundin angerufen, so erscheint dieser Anruf bei der Empfängerin als «anonym». Der Kunde entscheide dann, «ob er solche Anrufe annimmt oder nicht», so Sunrise.
Anbieter nennen noch keine Zahlen
Welche Auswirkungen die strengeren Regeln haben, dazu äussern sich die Telekomanbieter noch nicht – oder zumindest noch nicht konkret: Man könne noch keine zuverlässigen Aussagen machen, heisst es von Sunrise. Und Salt bezeichnet eine Quantifizierung der Auswirkungen als «schwierig».
Wir haben deutlich mehr blockierte und anonymisierte Anrufe als im Vorjahr.
Auch Swisscom nennt keine konkreten Zahlen, betont aber, «deutlich mehr blockierte und anonymisierte Anrufe als im Vorjahr» zu haben. Swisscom rechnet damit, «dass die neuen Massnahmen stark helfen werden, um Spoofing-Anrufe besser zu bekämpfen». Es bleibe aber ein Katz-und-Maus-Spiel.