Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Surfen im Netz Wie sicher sind öffentlich zugängliche WLANs im Ausland?

Wer über ein öffentliches WLAN surft, riskiert, dass jemand mitliest. Problematisch wird es mit sensiblen Daten.

Ferien am Strand, ein Wochenende in einer fremden Stadt und immer im Gepäck mit dabei: das Handy. Aber Achtung! Auf öffentliche WLANs sollten Sie – wenn möglich – verzichten. Warum, das weiss SRF-Digitalexpertin Tanja Eder.

Tanja Eder

Digitalredaktorin bei SRF

Personen-Box aufklappen Personen-Box zuklappen

Tanja Eder hat Wirtschafts- und Politikwissenschaften in Zürich und Genf studiert und am Schweizer Finanzplatz gearbeitet. Seit 2022 ist sie Teil der SRF-Digitalredaktion. Ihre Spezialgebiete sind die ökonomischen, geopolitischen und sozialen Dimensionen der Digitalisierung, die Cybersecurity und Games.  

SRF: Viele Hotels, Restaurants und Strände bieten mittlerweile WLAN an: einige mit, andere ohne Passwort. Sollte ich nur ein WLAN mit Passwort benutzen, weil das sicherer ist?

Tanja Eder: Ein WLAN ohne Passwort ist garantiert unsicher. Aber auch ein passwortgeschütztes WLAN ist nicht unbedingt sicher. Öffentliche WLANs sind immer heikel.

Wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen, nutzen Sie die mobilen Daten auf Ihrem Handy.

Wenn jemand mit bösen Absichten im gleichen WLAN ist wie Sie, im gleichen Restaurant zum Beispiel, und genug technisches Wissen und die richtigen Computerprogramme hat, kann er oder sie Ihren Datenverkehr abfangen. Die Person kann beispielsweise ein E-Mail, die Sie verschicken oder bekommen, mitlesen. Es braucht jemanden mit krimineller Energie, der am gleichen Ort ist, um dort gezielt Daten abzufangen.

Viele Bahnhöfe und Flughäfen haben WLAN und es gibt sogar stadtweite City-WLANs. Gilt dort das Gleiche?

Ja, das gilt überall dort, wo Sie nicht wissen, wer das WLAN betreibt und ob der- oder diejenige das auch sorgfältig macht.

Es ist zwar bei einer offiziellen Stelle wie am Flughafen oder in einer Stadt wahrscheinlicher, dass es sicher ist, aber eben nie zu 100 Prozent.

VPN als mögliche Lösung

Box aufklappen Box zuklappen

Wer sich über ein sogenanntes VPN (Virtual Private Network) mit einem öffentlichen WLAN verbindet, kann die Risiken stark reduzieren: Dann werden Daten nämlich verschlüsselt übermittelt. Wichtig ist es, auf einen vertrauenswürdigen VPN-Anbieter zu setzen. Bekannt sind beispielsweise Nord VPN, Express VPN, Proton oder Mullvad.

Sollte ich mich also gar nie in ein öffentliches WLAN-Netz einloggen?

Wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen, nutzen Sie die mobilen Daten auf Ihrem Handy. Das gilt auch, wenn Sie nur ganz kurz im WLAN die nächste Unterkunft buchen wollen.

Kriminelle gibt es überall, dafür muss man nicht extra über die Grenze fahren.

In einem öffentlich zugänglichen WLAN-Netz besteht das Risiko, dass jemand Ihre Kreditkartendaten mitliest und anschliessend im Darknet verkauft. Und dann ist Ihr Geld schnell weg. Mobile Daten sind mittlerweile auch fürs Ausland gar nicht mehr so teuer. Man kann direkt beim Handyanbieter ein Datenpaket kaufen oder man besorgt sich eine SIM-Karte am Ferienziel.

Was gilt denn in einem öffentlich zugänglichen WLAN-Netz als «unproblematisch» beim Surfen?

Weniger heikel ist es, wenn Sie keine Daten von Ihnen herausgeben, sich also nirgendwo einloggen: zum Beispiel wenn sie auf srf.ch oder Wikipedia etwas nachlesen wollen.

Aber: Wenn man mal online ist, dann kommt es häufig vor, dass man doch noch schnell die Mail verschickt oder sich irgendwo einloggt.

Vorsicht bei der Nutzung öffentlicher WLANs: Gilt das auch für die Schweiz?

Ja! Kriminelle gibt es überall, dafür muss man nicht extra über die Grenze fahren.

Das Gespräch führte Sharon Zucker.

«Espresso» ist an Ihrer Meinung interessiert

Box aufklappen Box zuklappen

Radio SRF 1, Espresso, 29.5.2026, 8:10 Uhr;weds

Meistgelesene Artikel