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Verpackungsvorschriften Warum sind Eierkartons kein Mehrweg?

Eine Konsumentin möchte die leeren Eierkartons dem Bauern zurückbringen. Er darf diese aber nicht wiederverwenden. Auch zum Schutz seiner Hühner, denn die Kartons lassen sich nicht reinigen und desinfizieren. Zu gross ist die Gefahr, dass so ein Erreger in den Stall gelangt.

Eine Volg-Kundin kauft regelmässig Eier bei einem lokalen Bauern im Laden und sammelt die Eierkartons. Sie denkt sich nach einer Weile: «Ich bringe die leeren Kartons doch gleich zum Bauern zurück, dann kann er sie wiederverwenden.» Dieser lehnt aber dankend ab, er dürfe die Kartons nicht zurücknehmen. Die Frau ist erstaunt und will wissen: «Was steckt dahinter?»

Hersteller und Verkaufsstellen dürfen nur sichere und hygienisch einwandfreie Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände an Konsumentinnen und Konsumenten abgeben.
Autor: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV

Wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen auf Anfrage schreibt, erfüllen Pappkartons die Hygienevorschriften für die Wiederverwertung von Verpackungen nicht: «Hersteller und Verkaufsstellen dürfen nur sichere und hygienisch einwandfreie Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände an Konsumentinnen und Konsumenten abgeben.» Gemäss Art. 19 der Hygieneverordnung müsse Verpackungsmaterial, das für Lebensmittel wiederverwendet wird, leicht zu reinigen sein und desinfiziert werden können, «was bei Pappkartons wegen mangelnder Reinigungsmöglichkeiten praktisch unmöglich ist».

Eierproduzenten fürchten Erreger wie Salmonellen

Ein weiterer Grund, weshalb der Bauer die leeren Eierkartons ablehnte, dürfte aber beim damit verbundenen Risiko für die eigenen Hühner liegen. Der Präsident des Verbands der Schweizer Eierproduzenten (Gallosuisse), Daniel Würgler, erklärt: «Man weiss einfach nicht, ob die Eierkartons nicht doch noch irgendwo im Umlauf waren. Das kann für einen Betrieb ein erhöhtes Risiko bedeuten, dass er eine Krankheit einschleppt.»

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Eine der grössten Gefahren sind Salmonellen. Finden diese Bakterien den Weg in den Hühnerstall, muss die Herde getötet werden. Eine Katastrophe für Eierproduzenten, aber auch für Konsumentinnen und Konsumenten, wenn diese kontaminierte Eier essen.

Lösung: Fensterverkauf auf dem Bauernhof und Offenverkauf im Laden

Eierproduzent Würgler betreibt auf seinem Betrieb einen sogenannten Fensterverkauf: «Das heisst, die Kundinnen und Kunden können die gebrauchten Eierkartons auf den Tisch vor dem Fenster stellen, und ich fülle diese wieder auf. So sind die Gebinde immer beim Konsumenten und nie bei mir im Stall.»

Ähnlich funktioniert das Prinzip beim Grossverteiler im Offenverkauf, auch hier können die Eierkartons vom Kunden immer wieder von Neuem gefüllt werden. Und wer eine langlebige Lösung möchte: Es gibt auch Behälter für Eier aus Kunststoff, welche gut zu waschen sind.

SRF 1, Espresso, 9.2.2026, 8:10 Uhr

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