Hepatits-C: Krankenkasse zahlt Medikamente aus Indien

Hepatits-C-Medikamente sind in der Schweiz wegen ihrer horrenden Preise nicht für alle Patienten zugelassen. Die Krankenkasse Concordia bezahlt ihren Versicherten nun günstigere Alternativen aus Indien.

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Bildlegende: Unheimlich teuer: Eine solche Pille gegen Hepatitis C kann bis zu 600 Franken kosten. SRF

Gut wirksame Hepatitis-C-Medikamente sind in der Schweiz extrem teuer: 50‘000 Franken und mehr kostet eine dreimonatige Behandlung. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat daher den Zugang dieser Medikamente auf bestimmte Patientengruppen eingeschränkt.

Hepatitis-C-Kranke, welche die Kriterien des BAG nicht erfüllen, erhalten die Medikamente von ihrer Krankenkasse nicht vergütet. Immer wieder gibt es deshalb Patienten, die sich im Ausland, namentlich in Indien, auf eigene Kosten die entsprechenden Medikamente besorgen – zu wesentlich günstigeren Preisen.

Concordia vergütet Teil der Kosten

Die Krankenkasse Concordia vergütet ihren Versicherten nun einen Teil der Kosten für die Medikamente aus Indien. Concordia erachtet dies nach eigenen Angaben «aus medizinischer und finanzieller Sicht» als sinnvoll. Die Medikamente, welche in Indien bestellt werden können, seien gleichwertig und kostengünstig.

Das Netzwerk Schweizerische Hepatits-Strategie begrüsst den Schritt in einer Mitteilung. «Wir sehen immer wieder Patienten, die leiden, denen aber wegen der hohen Preise und der BAG-Regelung der Zugang zu Medikamenten in der Schweiz verwehrt bleibt.»

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Horrende Medi-Preise treibt kranke Schweizer nach Indien

17 min, aus Kassensturz vom 5.4.2016