Knopfbatterien im Test: Enorme Preisunterschiede

Uhren, Waagen, Velolampen: Immer mehr elektrische Geräte laufen mit Knopfzellen. Markenware kostet ein Vielfaches von No-Name-Produkten. «Kassensturz» liess neun Batterien des meistverkauften Typs CR 2032 im Labor testen. Zwei Produkte sind top, unterscheiden sich aber stark: im Preis.

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Knopfbatterien im Test: Enorme Preisunterschiede

8:30 min, aus Kassensturz vom 17.1.2017

Die gängigste Knopfbatterie ist die CR 2032. Hersteller machen auf ihren Produkten keine Angaben zur Kapazität der Batterien. Das Prüflaber PZT im deutschen Wilhelmshaven hat für den Test von «Kassensturz» und «Saldo» eine Testanlage aufgebaut, um diese zu ermitteln. Testleiter Wolfgang Herter entlädt hier die einzelnen Knopfzellen mit einem Strom über einen Widerstand: «Wir zeichnen dabei die Spannung auf und sehen über den Spannungsverlauf, wann die Spannung nachlässt.»

«Sehr gute» Batterie für 78 Rappen

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Testtabelle

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Dieses Testkriterium wurde am stärksten gewichtet. Hier haben die besten Produkte im Test auch alle überzeugt: Testsieger ist die Knopfbatterie Energizer mit Note 5,7 (3.98 Franken pro Stück). Dazu Testleiter Herter: «Diese Batterie lieferte die besten Ergebnisse bei unserem Test mit den kleinen Strömen, die zum Beispiel bei Haushaltswaagen benötigen, und da ist dieses Produkt eindeutig der Testsieger.»

Ebenfalls «sehr gut» und nur unwesentlich schlechter im Test war die Knopfzelle Okay Xinergy von Landi. Sie kostet nur 78 Rappen pro Stück, ist damit fünfmal billiger als der Testsieger und bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis aller Knopfzellen im Test. Gut bei der Entladung bei kleinen Strömen waren auch die Knopfbatterien Renata und Duracell, das teuerste Modell im Test (5.30 Franken), und auch das Produkt von Panasonic.

Praxistests mit schwachem und starkem Stromverbrauch

Das Labor mass des Weiteren die Spannung am Ende nach 675 Stunden Entladung. Dazu kamen zwei Praxistests: LED-Kerzen, die auch mit Knopfbatterien funktionieren. Für den Praxistest brannten sie während vier Wochen täglich sechs Stunden. Dann wurde der Lichtstrom gemessen. Die Kerzen benötigen wie die meisten Geräte mit Knopfzellen dieser Grösse eher schwachen Strom.

Anders in Sicherheitslampen für den Outdoorbereich. Sie verbrauchen im Vergleich zu anderen Knopfbatteriegeräten relativ viel Strom. Sie brannten zweimal eine Stunde pro Tag. Dabei nahm der Testleiter die Zeit, bis die Beleuchtungsstärke unter 60 Lux sank.

Drei «ungenügende» Knopfzellen

Gerade noch «genügend» ist die Knopfbatterie von Sony, eingekauft bei Denner. Die Knopfzelle Plattboj von Ikea ist mit 62 Rappen pro Stück das günstigste Produkt im Test, erreicht aber nur ein «Ungenügend». Nur beim hohen Stromverbrauch schnitt Plattboj gut ab. Ikea schreibt, dass die Erkenntnisse aus dem «Kassensturz»-Test bei der Entwicklung der nächsten Serie berücksichtigt würden.

Ebenfalls günstig und ebenfalls «ungenügend» ist Activ Energy von Aldi (Preis: 66 Rappen). Die Batterie war bei der Kapazität «ungenügend». Aldi schreibt, dass ihre Knopfzelle unter Normtest-Bedingungen den Qualitätsanforderungen der Konsumenten entsprechen würde.

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Testverlierer ist das Produkt von Varta mit der Gesamtnote 3,0. Testleiter Wolfgang Herter kann dieser Batterie nicht viel Gutes abgewinnen: «Diese Zelle machte am ehesten schlapp bei dem Test mit den kleinen Strömen, und bei der Sicherheitslampe war sie auch nicht besonders gut.» Zudem war die Streuung von einer Zelle zur anderen sehr gross. Varta schreibt: «Wir sind von den Ergebnissen äusserst überrascht, da sie sich nicht mit den von uns regelmässig durchgeführten Leistungstests nach der Norm der Internationalen elektrotechnischen Kommission decken. Wir werden dies zum Anlass nehmen, die Qualität der von uns vertriebenen Zellen erneut zu prüfen.»

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