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Legende: Audio Sommerferien: Mittelmeerdestinationen verlieren Gäste abspielen. Laufzeit 04:20 Minuten.
04:20 min, aus Espresso vom 07.06.2019.
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Sommerferien Mittelmeerdestinationen verlieren Gäste

Mit der Buchung der Sommerferien lassen sich die Schweizerinnen und Schweizer dieses Jahr Zeit. Alle Reisebüros hatten Ende Mai weniger Buchungen als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Fachmagazins «Travel Inside».

Zudem werden für Sommerferien am Meer gemäss dieser Umfrage mehr Destinationen im Osten gebucht. Klassische Ferienländer im Westen, wie Italien, Spanien oder Portugal verlieren dagegen Gäste. Elisha Schuetz von «Travel Inside» sagt, schon im Januar habe sich gezeigt, dass 2019 kein Frühbucher-Jahr werde.

Elisha Schuetz

Elisha Schuetz

Redaktor «Travel Inside»

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Elisha Schuetz arbeitete für diverse grosse Reiseanbieter, bevor er 2016 als Redaktor zum Fachmagazin «Travel Inside» wechselte.

«Espresso»: Herr Schuetz, wie interpretieren Sie die Ergebnisse Ihrer Umfrage?

Elisha Schuetz: Nach letztem Sommer warten die Leute derzeit vielleicht noch ab, ob es wieder so schön und heiss wird und bleiben dann lieber in der Schweiz. Es könnte auch sein, dass das Thema «Over-Tourism» eine Rolle spielt, also Destinationen wie Venedig, Mallorca oder Dubrovnik, die von Touristen regelrecht geflutet werden. Allenfalls hat auch die Klimadebatte einen Einfluss.

Stichwort Klimadebatte: Dieses Jahr buchen besonders viele Leute Sommerferien in Ägypten, der Türkei oder Tunesien. Das sind keine Länder, in welche man mit dem Zug oder dem Auto reist, sondern eher fliegt. Die Klimadebatte spielt derzeit also kaum eine Rolle?

Die meisten Reiseveranstalter gehen davon aus, dass – wenn die Klimadiskussion wirklich Auswirkungen auf die Art des Reisens hat – sich dies eher langfristig zeigen wird. Diesen Sommer sicher noch nicht.

Kann man bei der Türkei, Ägypten oder Tunesien sagen: Da reisen die Leute wieder hin?

Definitiv. Ein Grund könnte sein, dass die Leute wieder mehr Vertrauen in die Verhältnisse vor Ort haben. Politische Unruhen und Attentate sind Gift für den Tourismus. Aber die Leute vergessen relativ schnell, wenn eine Zeit lang nichts mehr passiert ist. Und wenn man an diesen Destinationen günstiger Ferien machen kann als anderswo.

Auf der anderen Seite fällt in Ihrer Umfrage auf, dass klassische Mittelmeer-Destinationen wie Italien, Spanien oder Portugal Gäste verlieren. Weshalb?

Dieser Trend hat bereits letzten Sommer eingesetzt und akzentuiert sich jetzt. Weil diese Destinationen zuvor so richtig boomten, haben gewisse Hoteliers die Preise angehoben. Nicht allen Touristen hat das gefallen. Denn das Preisniveau in der Türkei oder Ägypten ist tiefer. Vielleicht waren diese Gäste von diesen Destinationen «ausgeliehen» und kehren nun wieder zurück.

Fazit? Wer die Sommerferien bis jetzt noch nicht gebucht hat, soll zuwarten und darauf pokern, dass die Preise noch sinken?

Die Veranstalter haben für gewisse Destinationen zu viele Kapazitäten auf dem Markt und müssen diese noch los werden. Schon jetzt kann man beobachten, dass es für gewisse Reiseziele wie Griechenland bereits Rabatte gibt. Und da ist sicher noch einiges in der Pipeline. Deshalb glaube ich schon, dass mit Last-Minute-Aktionen zu rechnen ist. Aber das ist bis zu einem gewissen Grad natürlich eine Lotterie.

2 Kommentare

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