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Handwerker abgesagt: zahlen oder nicht?
Aus Espresso vom 17.06.2021.
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Handwerkerauftrag storniert «Muss ich etwas bezahlen, obwohl ich den Auftrag abgesagt habe?»

Dumm gelaufen: Eine Frau bestellt einen Sanitär. Bevor der eintrifft, kann der Nachbar das Problem beheben. «Espresso» sagt, ob der Handwerker dennoch Rechnung stellen darf.

Die Rechtslage kurz erklärt:

  • Arbeitsaufträge für Reparaturen, Ausbesserungen, Anfertigungen oder andere Handwerksarbeiten gehören rechtlich zu den so genannten «Werkverträgen».
  • Werkverträge können nach der Auftragserteilung jederzeit widerrufen, also zurückgezogen werden. Aber: Ein Widerruf ist nicht kostenlos. Die Kundin muss den Handwerker entschädigen.
  • Das Gesetz nennt diese Entschädigung «Schadloshaltung». Das bedeutet, die Kundin hat den Handwerker nach Rückzug des Auftrages so zu entschädigen, wie wenn der Auftrag ausgeführt worden wäre.

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  • Im Beispiel einer «Espresso»-Hörerin heisst das: Die Frau muss dem Handwerker die Anfahrt und die für sie reservierte Arbeitszeit bezahlen.
  • Nicht geschuldet ist jedoch in diesem Fall die vom Handwerker verrechnete «Pikettpauschale». Solche Kosten können nur verrechnet werden, wenn der Handwerker eine Konsumentin oder einen Konsumenten bei der Auftragserteilung darauf hingewiesen hat. Zudem wäre in diesem Fall die Verrechnung der Pikettpauschale, der Anfahrt und der eingerechneten Arbeitszeit nicht verhältnismässig.

Espresso, 17.06.2021, 08:13 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Matthias Ebneter  (Mattula)
    Der Unternehmer sich allerdings anrechnen lassen, was er durch anderweitige Verwendung seiner freigewordenen Kräfte erworben oder treuwidrig zu erwerben unterlassen hat (Schadenminderungspflicht).
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Kleiner Gratistipp: Oft genügt es bei der Internetsuche nach Handwerkern nicht den zuerst und zuoberst erscheinende zu wählen, der zudem noch in der ganzen Umgebung immer zuoberst erscheint, sondern der kleine Handwerksbetrieb der nur bei der eigenen Wohngemeinde gelistet wird.
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Ist doch logisch dass man dem Beauftragten Arbeiten und Umtriebe die sich aus dem Auftrag ergeben haben, bezahlen muss. Davon entbindet eine nachträgliche Stornierung des Auftrags nicht. Darüber hinaus ist man dem Beautragten jedoch nichts schuldig. Um das zu Wissen muss man kein Jurastudium absolviert haben.